Donnerstag, 19. Oktober 2017

Schutzkleidung gesucht


Schutzkleidung gesucht! 
 

Hier ein Hilferuf unseres Arbeitsintegrators Stephan Langreder.

Er möchte für künftige Gartenhelfer einen Kurs „Bedienung von Motorgeräten“ zusammen mit dem Forstamt anbieten.

Die Rotarier wollen die Kursgebühr unterstützen, Selbstbehalt pro Flüchtling wäre 50 Euro.

Alles machbar. Aber jetzt hat sich herausgestellt, dass nichts ohne Sicherheitskleidung läuft! Kostenpunkt einer Neuanschaffung: 250 Euro pro Mann! Unerschwinglich.

Stephan Langreder sucht jetzt, um die Kosten zu minimieren , abgelegte Schutzbekleidung.

Gesucht werden Schneitschutzhosen und Sicherheitsschuhe und Parkas, große Größen, 54 und 56.

Würde solche Kleidung vorhanden sein / gespendet werden, dann könnte ein erster Kurs noch im Dezember aufgelegt werden.

Die Bitte an alle Ehrenamtlichen: Fragen Sie im Bekannten- und Freundeskreis nach! 
 
Angebote bitte direkt an Stephan Langreder, Rollfeld 25.
Kontakt:
Tel. 93 147400
Mobil: 0151 19692230



Montag, 16. Oktober 2017

Zeugnis-Beratung


Beratung zu Anerkennung von Zeugnissen
und ein Referat zum Thema „Arbeit“


Am Donnerstag, 26. Oktober 2017 findet – nur bei Bedarf – in Baden-Baden eine Beratung für Flüchtlinge zur Anerkennung ausländischer Zeugnisse und Berufsqualifikationen statt.
Elisabeth Deutscher von der Diakonie in Karlsruhe hat sich auf diesem Gebiet spezialisiert und kann alle anstehenden Fragen beantworten und auch praktisch weiterhelfen.

Hier geht es zu meinem Bericht über dieses Angebot => KLICK






Achtung! Für diese Beratung ist bis zum 24. Oktober eine Anmeldung unbedingt erforderlich, und zwar - mit Angabe, um welche Zeugnisse es sich handeln wird - beim Arbeitsintegrator Stephan Langreder 

Bitte beachten: Die Beratung findet im Rollfeld 25 statt, und nicht, wie ursprünglich gemeldet, im Vorfeld des Ehrenamtstreffen im Scherer-Familienzentrum.

Allerdings wird Frau Deutscher auf jeden Fall anschließend ab 18 Uhr am Treffen der Ehrenamtlichen im Scherer-Familienzentrum teilnehmen. Hier wird Stephan Langreder über das Thema Arbeit sprechen und für weitere Fragen zur Verfügung stehen.

Für die Teilnahme am Ehrenamtstreffen erbittet Katharina Thomas ebenfalls eine Anmeldung, sie würde sich auch freuen, wenn jemand etwas Kulinarisches zum Abend beisteuern möchte. Auch sammelt sie Ideen und Informationen für das "Schwarze Brett"! Bitte kurz mit ihr per Mail absprechen.



Donnerstag, 12. Oktober 2017

Roots - ikw 2017


Tanzen "bis zum Umfallen"

 
Am Samstag, 14. Oktober, findet zum ersten Mal ein spannender Tag von Tanz und Musik aus Afrika und Brasilien in Baden-Baden statt. Der Tag im Stadtteilzentrum Briegelacker mit seinen vier Tanz-Workshops und einer Tanzparty am Abend wird die letzte Veranstaltung der diesjährigen interkulturellen Wochen in Baden-Baden sein und bietet einen schönen und lebendigen Ausklang.  Alles wird von The Selva Preta Project organisiert in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Baden-Baden e.V.  und unter Beteiligung der Gruppen Talking Drums, Capoeira Meia Lua Enteira Offenburg e.V. und der Afrikanische Tanzgruppe ‘Ponam’.
 


Die Workshops, die schon am Vormittag anfangen, werden von fünf talentierten Künstlern geleitet, die in und um Baden-Baden zu Hause sind:
 
Zum ersten Workshop von 11.00 - 12.30 Uhr lädt Contra-Mestre Tesourinha alle ein in die spannende Welt des Capoeira einzutauchen. Capoeira, eine brasilianische Mischung aus Kampfkunst, Tanz, Musik und Lebensfreude, wurde von afrikanischen Sklaven entwickelt. 

Um 12.45 Uhr geht es weiter mit 90 Minuten Tanzfreude aus Kamerun von Leonie Ganyou Diefe und Lydia Ngyamonyi, die zusammen die 2011 gegründete Tanzgruppe 'Ponam', auf Deutsch Kinder der Sonne leiten. 

Danach geht die Reise wieder zurück nach Brasilien: Sasha Kay führt die Teilnehmer durch die Straßen Rios zur Karnevalszeit mit Samba Basics zwischen 14.30 und 16.00 Uhr. 

Zu guter Letzt wird der inspirierende Tänzer und Trommler Pascal K. Koudzodzi aus Togo verschiedene Tanzfiguren des westafrikanischen Tanzes Fumé Fumé vorstellen. Dieser letzte Workshop wird teils von Trommlern der Baden-Badener Gruppe Talking Drums begleitet und läuft von 16.15 bis 17.45 Uhr.
 
Alle Workshops sind für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 10 Jahren und für Teilnehmer mit keiner oder geringer Erfahrung geeignet.

Nach zwei Stunden Auffrischungspause geht es in das Abendprogramm über: die ROOTS Tanzparty von 20 Uhr bis Mitternacht. Samba und Kizomba kennen viele, aber haben Sie schon was von Coco, Mbalax oder Assiko gehört? Die zwei ROOTS DJs werden ein Musik-Cocktail von neuen und alten Sounds aus vielen Ländern Afrikas und ganz Brasilien mischen, die (fast) jeden auf die Füße bringen wird. Zusätzlich wird es am Abend einen Auftritt von der dynamischen Trommel-Gruppe Talking Drums geben sowie andere künstlerische Überraschungen. Getränke und passende Snacks wird es auch an der Theke geben.
 
Sasha Kay, die den Event konzipierte und organisiert, erklärt, dass die Bewegung von Menschen aus verschiedenen Regionen Afrikas mit ihrer Musik, ihren Tänzen und Bräuchen über lange Zeit die Kultur global stark beeinflusst und bereichert hat. Besonders Brasilien mit seinen vielfältigen Musik- und Tanz-Richtungen wurde davon geprägt. Sie findet, dass „diese interkulturelle Reise immer weiter führt und vor allem, dass Tanz eine große Möglichkeit bietet Menschen aus verschiedenen Ländern und Herkünften zusammenzubringen.“
 
Sashas Heimatstadt ist London. Beim größten Straßenfestival Großbritanniens, dem Notting Hill Carnival, wirkte die Künstlerin als Tänzerin viele Jahre mit. Als Kostüm-Designerin gewann sie für ihre Sambaschule mehrfach Preise. Als Sasha Kay nach Deutschland kam, rief sie The Selva Preta Project ins Leben, um die Kunst und Freude des Festivals weiterzuverbreiten.
 
Details:
Wo: Stadtteilzentrum Briegelacker. Briegelacker Straße 40, 76532 Baden-Baden.
Wann: 14. Oktober 2017. Workshops 11.00 bis 17.45. Tanzparty 20.00 - 00.00
Eintritt: Für die WORKSHOPS und die TANZPARTY wird die Teilnahme nach dem ‘Dana Prinzip’ geregelt, wobei jeder mitnimmt was er benötigt und bezahlt was er kann. 
Empfohlener Beitrag: Pro Workshop 10 Euro, Tanzparty 5 Euro

Weitere Informationen und Anmeldungen:
Homepage => KLICK

Tel.: 07221 373 0195

Online Anmeldung => KLICK






Freitag, 6. Oktober 2017

Wörterbuch


Wenn Frauen sich trauen
Wörterbuch mit Visionen


Wörterbuch des neuen Zusammenlebens – ein etwas spröder Titel für eine Veranstaltung. Wer trotzdem offen und bereit war, sich auf eine Vision einzulassen, der wurde am Mittwochabend in der Stadtbibliothek mit großer Herzenswärme und Empathie belohnt. 




Die Schauspielerin und Theaterpädagogin und Silke Nawrocki (Mitte), die in Baden-Baden eine Logopädische Praxis betreibt, kümmert sich seit rund fünf Jahren um Frauen aus den verschiedensten Herkunftsländern, die einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden wollen und dafür ihre Sprachkenntnisse verbessern müssen. Zusammen mit dem Verein In Via Puella bietet sie ihnen hierfür ein Kommunikationstraining an, dessen Ziel es ist, mit den aktuellen Sprachkenntnissen Freude und Fähigkeiten der Kommunikation zu steigern – und eben nicht, wie dies häufig der Fall ist, in Schweigen zu verfallen, weil man sich nicht traut zu sprechen, aus Angst, Fehler zu machen.

Jedes Treffen hat ein neues Thema, das zum Teil aus aktuellen Anlässen oder durch die Frauen selbst bestimmt wird. Am Ende jeden Treffens spricht jede Frau frei über dieses Thema. Auch Frauen, die vorher kaum den Mund aufbekamen, fingen zunehmend mutiger an, sich zu äußern.

Bald, so berichtet Silke Nawrocki, wurde die Kraft dieser Treffen sichtbar: Frauen aus den verschiedensten Herkunftsländern, sei es der Türkei, aus Kamerun, aus Sri Lanka, aus dem Kosovo, dem Iran, der Ukraine, dem Kongo... hörten einander zu, fragten nach, fühlten mit, staunten, lernten voneinander in einer friedlichen, bereichernden Art.

Alle Frauen empfanden eine große Verbindung zueinander und stellten fest: „Eigentlich wollen wir alle dasselbe, egal, woher wir ursprünglich kommen.“

Um dies festzuhalten, wurde alles aufgeschrieben: Das „Wörterbuch der Frauen - Vision eines neuen Zusammenlebens“ entstand.

Zwei dieser Frauen, Rahalee Mashon aus dem Iran und Kimete Bozoj aus dem Kosovo, trauten sich am Mittwochabend, zusammen mit Silke Nawrocki die Texte (eigene und die der anderen Frauen) vorzulesen. Manches ging ihnen schwer über die Lippen, und gerade diese Augenblicke waren es, die die Zuhörerinnen besonders berührten und hautnah miterleben ließen, wie es diesen mutigen, starken Frauen in der neuen Umgebung (ist es schon Heimat?) geht. 

Die Themen, die ihnen wichtig sind, sind vielfältig. 
 
An erste Stelle steht natürlich die
Sprache,
gefolgt von
Vergangenheit
Stress
Selbstvertrauen
Respekt
Glück
Gesundheit
Freiheit
Familie
Integration
Zusammenleben.

Was den Frauen zu diesen Begriffen einfiel und wie sie dies formulierten, wird auf diesem Blog nun in loser Reihenfolge vorgestellt. Danke an alle beteiligten Frauen!

Bleibt zu hoffen, dass die Worte nicht ungehört verhallen und es bald einen weiteren Auftritt in größerem Rahmen mit größerem Publikum gibt. Verdient hätte es diese wundervolle Idee allemal!

Gefühlvoll eingespielte musikalische Impressionen durch Christopher Horn rundeten den Abend ab. Den passenden, würdevollen Abschluss bildete ein iranisches Feuerritual, an dem auch die Zuhörer teilnahmen und negative Begriffe dem Feuer übergeben und positive Begriffe dem Feuer entnehmen durften.

Hier Teil eins der Texte. Heute: 


SPRACHE

 
"Für mich bedeutet Sprache, dass man mit anderen Leuten Kommunikation haben kann. Man muss erst Kontakt haben. Das hilft, den Akzent zu korrigieren. Je mehr Freunde, desto mehr ist es einfacher zu sprechen. Ohne Kontakt ist es doof. Es ist wichtig, ohne Angst zu reden. Viele Leute haben gut deutsch gelernt, haben aber Angst zu sprechen."

*
"Sprache bedeutet für mich Musik. Und Macht. Zum Beispiel, wenn du etwas übersetzen musst, kannst du übersetzen , was du willst. Sprache öffnet Türen. Es ist für auch das Kennenlernen einer anderen Kultur. Sprache ist auch Freude. Am Anfang habe ich nicht verstanden, aber plötzlich habe ich verstanden. Das war schön. Das Sprachelernen hebt Vorurteile auf."

*

"Manchmal habe ich ein bisschen Angst, auf andere Menschen zuzugehen. Irgendetwas verstehen sie nicht. Ich liebe andere Kulturen. Ich liebe auch den Kontakt mit anderen Menschen. Eine Arbeit zu finden ohne Sprache ist schwer."

*

"Sprache ist für mich sehr wichtig. Es ist eine gute Chance. Kann man Arbeit finden, reisen. Man kann alle Probleme allein lösen. Und wenn ich spreche und ich kann gut deutsch sprechen, das macht mir Spass. Wenn ich es nicht kann, bleibt es im Hals. Sprache bedeutet, die Kultur und die Leute kennenlernen. Wenn man die Sprache versteht, ist das ein gutes Gefühl. Früher habe ich nicht verstanden und ich hatte immer Kopfschmerzen. Wenn ich sprechen kann, können mich die anderen Leute auch kennenlernen. Mit Freunden ist es leicht, die Sprache zu lernen."




Donnerstag, 5. Oktober 2017

ikw - Tango


Flüchtlingsarbeit bei Tango Cariño:
Konzentration hilft gegen Ängste

Von Maria Wairich

Seit wann arbeitet Tango Cariño mit Flüchtlingen in Baden-Baden?

Im Mai 2016 war ich mit einem meiner Tango-Tänzer, Uwe Mayer, bei den Flüchtlingen zum gemeinsamen Trommeln mit der Gruppe „Talking Drums“ im Briegelackerzentrum. Es haben hauptsächlich Jungs und einige Mädchen einen Auftritt für ein türkisches Vereinsfest in der Weststadt vorbereitet. Wir haben auch gemeinsam eine Afro-Choreographie getanzt. Es war ein schöner, gemeinsamer Abend. Ich fragte die Jungs (die meisten von ihnen waren aus dem afrikanischen Raum), ob sie Interesse hätten, argentinischen Tango auszuprobieren. Sie hatten sich gleich gefreut.




Eine Woche später am Montag, habe ich sie in der Unterkunft in der Frankenstrasse besucht und der Unterricht hat eine gute Resonanz bekommen. Dabei wurde es für sie sehr schnell ganz natürlich in Paaren zu tanzen, unabhängig ob gemischt- oder gleichgeschlechtlich. Wir hatten viel gelacht und das Schöne war, dass die Teilnehmer aus dem arabischen und afrikanischen Raum sich vermischt haben und sich gegenseitig übersetzt haben, wenn einer oder anderer mich nicht verstanden hat.

Wir vereinbarten, uns regelmäßig montags in der Frankenstraße um 19.00 Uhr zum Tango lernen zu treffen. Anfangs war das eine starke Gruppe von bis zu zwanzig Personen in einem kleinen Übungsraum und es hat uns allen richtig viel Freude und Spaß gemacht. Sie waren sehr überrascht über die historischen Wurzeln von der Milonga als eine Tango-Gattung, die aus dem Afrikanischen kommt.
Im Juli auf unserer ersten Open Air Milonga im Restaurant Rosso- Bianco hat einer der Flüchtlinge, Ahmad Haj Hashem aus Syrien mit seiner Trommel eine Vorführung für die Tango-Tänzer gemacht und wurde sehr warmherzig aufgenommen.

In den Interviews im August 2016 haben einige der Flüchtlinge mir offenbart, dass sie beim Tango- Unterricht so konzentriert sind, dass es ihnen gelingt, sich zu Entspannen und den Alltagsstress und die Ängste über die Zukunft zu vergessen, aber es auch gleichzeitig hilft, die Vergangenheit zu verarbeiten. 


 

Einige haben sich dann auch ziemlich schnell getraut zu unseren regelmäßigen Milongas anfangs in der Kunsthalle und dann im Bad Hotel zum Hirsch zu kommen. Auch mit unseren Gastlehrern aus Argentinien besuchte ich die Unterkunft in der Frankenstrasse und später in Haueneberstein. Wir unterrichteten zusammen und unterhielten uns über die Migration und Flucht in der Tango-Geschichte. Beim Konzert und der Milonga im Rahmen der IKW 2015 besuchten unsere argentinischen Musiker, Leonel Capitano und Joel Tortul, die auch dieses Jahr dabei sind, Café Internation und luden die Menschen zu unserer Veranstaltung ein. Mehr als 20 Personen kamen zum Konzert und haben mitgetanzt und den Abend mit uns zusammen erlebt. Als Fabrice Ottou Onana, der aus Kamerun stammt und selbst den Weg der Migration und Entwurzelung durchlebt hat, seine künstlerische Wahrnehmung der Prozesse, die in einer Persönlichkeit bei der Flucht vorgehen, tänzerisch und musikalisch dargestellt hat, war das Publikum für einen Moment in eine dritte Dimension entführt. Den großen Bogen von Afrika über Argentinien und nach Europa schafften Leonel Capitano und Joel Tortul, indem sie Lieder aus aller Welt, gespielt und gesungen haben, die einen Einfluss seiner Zeit auf die Entwicklung des argentinischen Tango hatten. Der Höhepunkt des Abends war eine gemeinsame Chacarera- argentinischer Folklore-Tanz, die keine Person an seinem Platz zurück gehalten hat und fröhlich gemeinsam im Raum eine vereinte Atmosphäre geschaffen hat.

Als die Umverteilung der Gruppe im Herbst stattgefunden hat und sie in verschiedenen Häusern untergebracht wurden, haben sich viele anfangs gar nicht gemeldet. Dann habe ich es versucht, sie aufzusuchen und bot zuerst Unterricht in der Westlichen Industriestraße an.

Der Unterricht hat sich dort nicht etablieren können, so haben mich einige Teilnehmer darum gebeten in die Unterkunft nach Haueneberstein zu kommen. Sie würden sich sehr freuen und hätten mich sehr vermisst. So findet der Unterricht jetzt in einem viel kleineren Kreis dort statt. Einige der Flüchtlinge aus anderen Unterkünften kommen immer wieder zum Unterricht direkt ins Bad Hotel zum Hirsch und werden sehr willkommen von den Club-Mitgliedern aufgenommen.

Was war meine Motivation?

Selbst vor über 20 Jahren nach Deutschland gekommen, jung und naiv, habe ich Verschiedenes erlebt: von einer Seite ist mir das Gefühl des Verlustes eines so geliebten Landes - der Heimat - die Ängste und Unsicherheiten im Bezug auf die Zukunft, sehr bekannt. Dennoch bleibt mir immer mit Dankbarkeit in Erinnerung, wie liebevoll sich die Menschen, die in ihrer Zeit die Flucht nach dem Krieg erlebt haben, um mich und mein Kind gekümmert haben, um uns die Chance zu geben, sich wieder zu finden. Je schneller und erfolgreicher die Integration stattfindet, desto friedvoller werden wir zusammen leben. Das ist eine Bereicherung von beiden Seiten.

Das war und bleibt das Grundmotiv für meine Arbeit mit Flüchtlingen. 

 

So freut sich der Tango- Club Tango-Cariño über unser nächstes gemeinsame Projekt im Rahmen der Interkulturellen Woche Baden-Baden 2017: mit Workshops und Milonga mit Fabrice Ottou Onana und unseren Gästen aus Argentinien: Leonel Capitano, Joel Tortul und Germán Ruiz Díaz, die erneut bei uns zu Gast sind und uns auf zum „Tango de los mares“, eine gemeinsame musikalische Forschung  nach den u.a. afrikanischen Wurzeln im Tango Argentino, einladen.

Und hier das Programm:


Interkulturelle Woche 2017
bei Tango Cariño mit

Fabrice Ottou Onana, Kamerun
Leonel Capitano & Joel Tortul aus Rosario, Argentinien

Am Sonntag, den 08.10.2017
von 15 bis 22 Uhr

im Bad Hotel zum Hirsch, Hirschstr. 1, 76530 Baden-Baden

Umarmung ist der kürzeste Weg sich ohne Worte zu verstehen. Tango ist eine „spazierengehende Umarmung“. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zeit mit vielen Experimenten mit der Afro- und Tango Musik.
Tango als Schmelztiegel von Kulturen und nonverbaler Verständigung zwischen Menschen. Von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt, wird heute der argentinische Tango überall auf der Welt getanzt
Afrikanische Wurzeln im Tango? Kommen Sie mit uns auf eine gemeinsame Forschungsreise in der Musik und im Tanz!


Im Programm:


15.00 – 16.15 Uhr

Workshop 1

African fusion dance“

Afrikanischer und zeitgenössischer Tanz
mit Fabrice Ottou Onana
Vorkenntnisse: keine

Preis: 15€ (erm. 10€)


16.30 – 17.45 Uhr

Workshop 2

Tango de los mares“

Musikgattungen im Tango und ihre Geschichte.
Melodie und Rhythmus im harmonischen Spiel.

mit Leonel Capitano & Joel Tortul
Vorkenntnisse: keine

Preis: 15€ (erm. 10€)



18 – 22 Uhr

Milonga mit Live-Musik
von Joel Tortul und Leonel Capitano
Konzert „Tango de los mares“

Preis: 24(incl. Willkommensgetränk)
Kombi-Preis: Workshops & Milonga: 45€

19:00 Uhr
Show-Einlage von Fabrice Ottou Onana*

20:00 Uhr

Tango-Show mit Daniel Rodriguez & Maria Wairich*


*Show-Zeiten können abweichen

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Fabrice Ottou Onana aus Yaundé, Kamerun, bildet eine Brücke zur Musik und dem Tango Argentiniens. Fabrice, prämierter Tänzer für Afro-Breakdance und zeitgenössischen Tanz, wirkt mit seinen exotischen, faszinierend geheimnisvollen Tanzdarbietungen wie von einem anderen Planeten. Er ist ein Feuerwerk aus Musik, Rhythmik und Körperkunst.

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Leonel Capitano und Joel Tortul stammen aus Rosario in Argentinien.
Als Bandoneonist, Komponist, Forscher, Fernsehsprecher und Pädagoge ist Leonel Capitano einer der Gründer von mehreren kulturellen Zentren seiner Heimatstadt Rosario, welche das Tango-Leben in der Region fördern. Begleitend mit eigenem Bandoneon, führt er das Publikum durch die Tango-Geschichte mit seiner besonderen Tenor-Stimme, die mal warm und romantisch, mal rau und dramatisch klingt.

Seit 2004 gibt Leonel Capitano zahlreiche Konzerte auf großen und kleinen Bühnen in Europa. Nun kommt er zum 3. Mal zu Tango Cariño nach Baden-Baden mit dem derzeit beliebtesten Solo-Pianisten Argentiniens, Joel Tortul, der seit 2005 Preisträger und Gast verschiedener nationaler und internationaler Festivals und Volksfeste in ganz Latein-Amerika ist.

Das Repertoire von Joel Tortul reicht von argentinischer Folklore über die Tangos aller Zeiten bis hin zu seinen eigenen, virtuosen Kompositionen. Gemeinsam mit Leonel Capitano begeistert er das Publikum durch sein mal verspieltes mal tiefgreifend wildes Fingerwerk.

Zu den herausragenden Konzerten ihrer Europa-Tournees zählen: Das Abschlusskonzert der Biennale Kafka-Borges in Prag, das Konzert mit dem London Chamber Orchestra dirigiert von Fabricio Brachetta und die Mitwirkung beim Internationalen Jazz Festival von Barcelona, wo sie zusammen mit großen Künstlern wie Chucho Valdés, Michel Legrand, Los Van Van, Hiromi Uehara und anderen auf der Bühne standen.

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Daniel Rodriguez

studierte den Tango in seiner Heimatstadt Buenos Aires bei verschiedenen traditionellen nahmhaften Tänzern und mit dem Maestro der Maestros, Raùl Bravo. Gleichzeitig studierte Daniel Rodriguez Jazz Tanz. Er trat in vielen der bekannten Tango-Veranstaltungsorte in Buenos Aires auf, wie das Café Tortoni, Palais des Glaces, Tanguería Complejo Tango, Confitería Ideal und dem Salón Canning, einschließlich des Teatro Colón. Daniel war kontinuierlich Gastlehrer und Künstler in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA.

Maria Wairich

Maria ist eine langjährige Tänzerin von verschiedenen lateinamerikanischen Tänzen, Tangolehrerin aus Leidenschaft. Ihr Humor und pädagogischer Erfahrungsschatz inspirieren nicht nur Tänzer, sondern auch Zuschauer zur immer wieder neuer Entdeckung im Tango. Sie nahm Unterricht zu verschiedenen Stilen bei Tangolehrern in Europa und in Argentienien. Darunter lernte sie die Essenz des Tangos intensiv im Estudio Dinzel in Buenos Aires .Die Schönheit, Lebensfreude, Harmonie und der gemeinsame Genuss beim Tanzen prägen ihren Tanzstil.



Fragen & Anmeldungen: +49160-859 41 04 - www.tango-carinio.de - maria@tango-carinio.de

Samstag, 30. September 2017

Treibel - Integration


Rezept für gelingende Integration?
Smalltalk statt Herkunftstalk!
 

Einmal Ausländer, immer „Mensch mit Migrationshintergrund“? Oder: Kann man eigentlich auch Deutscher werden

Unter der Überschrift „Integriert euch“ nahm die Autorin und Professorin für Soziologie im Institut für Transdiziplinäre Sozialwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe, Annette Treibel, am Freitagabend im Bonhoeffersaal im Rahmen der interkulturellen Wochen ihr Publikum aus Flüchtlingen, Einheimischen, Menschen mit Migrationshintergrund, alten und neuen und neueren Deutschen mit in Gedankenflüge, wie und ob denn überhaupt die viel beschworene Integration möglich ist. 

Von links: Integrationsbeauftragte Svetlana Bojcetic, Annette Treibel, Hausherr Manfred Bender
 

Aus wissenschaftlicher Sicht, so betonte sie, gilt Deutschland seit mehr als 30 Jahren als Einwanderungsland, auch wenn es kein entsprechendes Gesetz dafür gibt und es dies offiziell wohl nur auf sehr lange Sicht geben wird.

Zahlen belegen dies:
2017 sind 22,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland „Menschen mit Migrationshintergrund“, das sind 18.6 Millionen Menschen. (In Stuttgart sind es 40 Prozent, in Freiburg 27, in Rostock 7.) 52 Prozent dieser „Menschen mit Migrationshintergrund“ sind Deutsche.

Von diesen werde sie schon oft entnervt gefragt, wann denn ein Migrationshintergrund endlich endet. „Wann werden wir dieses Label los?“ Ihr erster Vorschlag wäre daher eine neue Begrifflichkeit von „Einwanderern und ihren Nachkommen“.

Was aber ist Integration? Wie geht man in heutigen Zeiten miteinander um? Wie sollte man miteinander umgehen?

Eine schwierige Frage! Denn die Erwartungen seien, so Treibel, paradox: „Die Einwanderer sollen sich anpassen, aber bitte keine Deutsche werden, sondern immer als Ausländer erkennbar bleiben.“ Viele in der Bevölkerung möchten diese Trennlinie gerne behalten.
Dem setzt die Sozialwissenschaftlerin ihre These entgegen: „Deutsch kann man aber auch werden!“

Als Beispiel zeigte die Autorin ein Plakat, auf dem verschiedenen Menschen abgebildet waren. Darauf hieß es: „Wir sind keine Experten für Islam, Integration oder Gemüsehandel, sondern für Deichbau, deutsche Sprache und Mietrecht.“ Integration in einem „Einwanderungsland“ bedeute also Zusammenleben in privaten Beziehungen, beruflichen Beziehungen und Kooperation, Konflikte, Konkurrenz und Sympathie. „Der Alltag wird in den Medien viel zu wenig angeguckt“, klagte sie, dabei fände Integration genau dort statt.

Ein schönes Beispiel hierfür war der Film „80 qm Integration“ über den Alltag in einem Frisörsalon in Baden-Baden, den der Verein Aktivbrücke zu Beginn des Abends zeigte. „Ergänzen statt bereichern“ war für Treibel die allerbeste Umschreibung. Niemand verlange, dass sich alle liebten, aber man sollte miteinander auskommen können.

Eine weitere These, die die Zuhörer nachdenklich zurückließ: „Friedlich ausgetragene Konflikte stiften gesellschaftlichen Zusammenhalt“.

Das Rezept? Austauschen - nicht-Verstehen zulassen - sich mit Konflikten anfreunden - Selbstbewusst sein - Geduld haben, auch mit sich selbst und schließlich - den Humor nicht verlieren.

Ein erster Schritt könnte schon sein, beim nächsten – ersten - Zusammentreffen den Impuls zu unterdrücken, Menschen gleich zu fragen, woher sie kommen, und statt dessen das Gespräch mit dem Wetter oder den Baustellen in der Stadt zu beginnen. „Smalltalk statt Herkunftstalk“.

In den kommenden Wochen gibt es Gelegenheit, dieses spannende Thema im Rahmen einer Ringvorlesung „Alte Deutsche. Einheimisch sein im Einwanderungsland?“ an der Pädagogische Universität in Karlsruhe weiter zu vertiefen. Die Termine finden ab 23. Oktober bis 5. Februar immer montags von 18.15 bis 20 Uhr statt und sind öffentlich und kostenlos.

Nähere Informationen finden Sie hier => KLICK

Der Vortrag fand übrigens im Anschluss an das Café international statt. Manfred Bender appellierte am Ende des Abends leidenschaftlich, das Café international personell zu unterstützen, da das Team in letzter Zeit sehr ausgedünnt wurde und die regelmäßigen Treffen jeden Freitagabend auf Dauer so nicht durchzuführen sind. Wer das Team unterstützen möchte, möge sich bei Manfred Bender direkt melden. 



Donnerstag, 28. September 2017

Caritas After Work


Fröhliches Multikulti zum Feierabend

Einen gelungenen Afterworktreff organisierte im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2017 das Stadtteilzentrum Briegelacker des Caritasverbands Baden-Baden am gestrigen Mittwoch.



Große und kleine Besucher aus der Nachbarschaft und ganz Baden-Baden hatten viel Spaß bei Musik, Spielen, internationalen Leckereien und vielen Gesprächen. Hier wurde sichtbar, wie fröhlich unterschiedliche Kulturen zusammen erlebt und gelebt werden können. Der Wunsch nach einer „begegnungsreichen“ Veranstaltung ging in Erfüllung. Nicht zuletzt wegen des köstlichen eritreischen Kaffees. 
 


(Fotos: Beck)