Montag, 12. November 2018

Ersthelfer


Margret Mergen besucht Flüchtlingswohnheim
Junge Mütter nehmen an Erste-Hilfe-Kurs teil

Baden-Baden. Oberbürgermeisterin Margret Mergen tauschte sich im Flüchtlingswohnheim „Im Rollfeld 1“ mit Bewohnern und Mitarbeitern aus. Anlass war ein Ersthelferkurs für junge Mütter. Dies teilt die Pressestelle des Rathauses mit.

OB Mergen im Gespräch mit den jungen Müttern beim Erste-Hilfe-Kurs. (Foto: Stadt Baden-Baden)

Insgesamt bot der Arbeiter-Samariter-Bund bisher zwei solcher Ersthelferkurse an, ein dritter Kurs ist vorgesehen. Der erste Kurs war Mitte Oktober im Flüchtlingswohnheim in der Waldseestraße. Gespendet wurden die Kurse durch die Firma Biologische Heilmittel Heel. An den Kursen nahmen zehn bis fünfzehn Frauen teil. Für die teilnehmenden Mütter wurde eine Kinderbetreuung angeboten. Über diese Spende wurden auch schon Ersthelfer-Ausbildungen für Geflüchtete finanziert.

Viele Flüchtlinge können bereits verhältnismäßig gut Deutsch. Im Gespräch mit Mergen sprachen die Bewohner über ihre angestrebten Berufsausbildungen und weitere KiTa-Plätze. Gerade die Familien und Mütter mit Kind oder Kindern wünschten sich weniger beengte Verhältnisse in den Wohnheimen. Für Flüchtlinge, die bereits einer festen Arbeit nachgehen, ist das Finden einer Wohnung nicht einfach.

Derzeit leben in den städtischen Wohnheimen 875 Flüchtlinge, zwei Drittel davon sind männlich. 245 Personen haben Arbeit, rund 230 Personen erhalten Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und rund 400 Personen erhalten Hilfen über das Jobcenter. Nicht wenige besuchen Deutschkurse in der Volkshochschule oder haben diese samt Integrationskurs bereits abgeschlossen. Anteilmäßig kommen die meisten Flüchtlinge mit 165 Personen aus Syrien, 142 aus Nigeria und 109 aus dem Irak.



Montag, 29. Oktober 2018

Qualifiziert...


Fortbildungsangebot für Flüchtlingshelfer

Baden-Baden. Bei der Unterstützung Geflüchteter werden Ehrenamtliche mit interkulturellen, bürokratischen und sprachlichen Herausforderungen konfrontiert. Die neue Fortbildungsreihe „Qualifiziert.Engagiert.“ unterstützt die Weiterbildung ehrenamtlich Engagierter. Im November startet das erste Semester.

Die angebotenen Veranstaltungen sind nach vier Schwerpunkten unterteilt: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Kompetenzerweiterung, Selbstfürsorge und Voneinander lernen. Sie richten sich in erster Linie an Ehrenamtliche und am Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe Interessierte. Einige Veranstaltungen sind für eine breitere Zielgruppe geöffnet. Dazu zählen zum Beispiel das Argumentationstraining „Kompetent gegen rechte Sprüche“ am 16. November oder der Workshop „Vorsicht kulturelle Falle“ im Februar kommenden Jahres.

Adrian Struch (Caritasverband), Svetlana Bojcetic, Monika Burck (Volkshochschule) und Frank Herzberger (Caritasverband) präsentieren das Programm der Fortbildungsreihe.
Foto: Andrea-Inge Lurtz (vhs)



Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Sie werden durch das Landesprogramm „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft" gefördert und vom baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration unterstützt. In Baden-Baden wird das Programm von Vertretern der Volkshochschule, des Caritasverbands und des Netzwerks Asyl unter Leitung der kommunalen Bildungskoordinatorin für das Ehrenamt koordiniert.

Das Programm liegt ab dem 26. Oktober in den Bürgerbüros aus. Darüber hinaus kann es direkt bei der Bildungskoordinatorin, Svetlana Bojcetic, Telefon 07221/93-146 96, angefordert werden. Anmeldungen können ebenfalls direkt an Svetlana Bojcetic gerichtet werden.

Mail: svetlana.bojcetic@baden-baden.de


Folgende Termine bzw. Fortbildungen werden angeboten:

Samstag, 10. November 2018
10 - 13 Uhr, VHS, Raum 15
Haftung im gemeinnützigen Verein - Einführung mit Petra Brodde
Anmeldung bei der VHS erforderlich.

Freitag, 16. November 2018
10 - 17 Uhr, Stadtteilzentrum Briegelacker
Kompetent gegen rechte Sprüche. Handlungs- und Argumentationstraining mit Vorträgen, Rollenspielen und Workshops. 
Anmeldung bei Adrian Struch erforderlich.
Mail: struch@caritas-baden-baden.de


Samstag, 24. November 2018
10 - 13 Uhr, VHS, Raum 10
Steuerrecht für Vereine - Überblick mit Petra Brodde
Anmeldung bei der VHS erforderlich

Mittwoch, 21. November 2018
und Mittwoch, 28. November 2018
18 - 21 Uhr, VHS, Raum 7
Schwierige Gespräche und Konflikte in der Arbeit als Ehrenamtliche meistern - mit Virginia Kyre.
Anmeldung bei der VHS erforderlich.

Donnerstag, 29. November 2018
18 - 20 Uhr, Scherer Familienzentrum, Breisgaustr. 23:
Rund ums Ehrenamt - Treffen der Flüchtlingshelfer, diesmal mit Bürgermeister Roland Kaiser.
Anmeldung bei Frau Bojcetic

Donnerstag, 17. Januar 2019
18 - 20 Uhr, scherer Familienzentrum, Breisgaustr. 23
Was macht eigentlich das Jugendamt? - Überblick, rechtliche Grundlagen, Fallbeispiele - mit Ludwig Herfs 
Anmeldung über Frau Bojcetic.

Mittwoch, 30. Januar 2019 
und Donnerstag, 31. Januar 2019
18 - 21 Uhr, VHS, Raum 7
Mein Tag hat auch nur 24 Stunden - Sebst- und Zeitmanagement für Ehrenamtliche - mit Virginia Kyre
Anmeldung bei der VHS erforderlich.

Samstag, 8. Februar 2019
8.30 bis 17 Uhr, Stadtteilzentrum Briegelacker
Vorsicht kulturelle Falle - Achtsam Begleiten und Unterstützen für Ehrenamtliche UND Flüchtlinge! Auf Deutsch mit englischer Übersetzung. 
Anmeldung erforderlich bei Adrian Struch
Mail: struch@caritas-baden-baden.de

Donnerstag, 14. Februar 2019
18 - 20 Uhr, Scherer Familienzentrum, Breisgaustr. 23
Rund ums Ehrenamt - Treffen mit Frau Bojcetic. Themen: Resilienz und Besuch der kommunalen Ehrenamtsbeauftragten.
Anmeldung bei Frau Bojcetic


 
 





 



Mittwoch, 3. Oktober 2018

in via


Internationalität mit Herz und Verstand
Bei "in via" wird Frauen Mut gemacht

Volles Haus und offene Türen gab es gestern beim Treffpunkt „In Via Puella“ in der Luisenstraße. Im Rahmen der interkulturellen Woche lässt sich die Einrichtung (Trägerschaft: Katholischer Verband für Mädchen und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg) alljährlich in die Karten schauen, und was man sieht, sind glückliche, selbstbewusste Frauen aus unterschiedlichsten Nationen.




Es sind dies nicht nur geflüchtete Frauen, sondern auch Migrantinnen, die schon länger in Deutschland leben, sich aber nicht so recht aus ihrer Wohnung herausgetraut oder gar auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben. Oft ist die Sprache eine Barriere, oder mangelnde Möglichkeiten der Kinderbetreuung, oder auch fehlen die grundlegenden Fähigkeiten, die man heutzutage im beruflichen Alltag braucht. Viele Baustellen, an denen das In-Via-Team mit Sabine Lang und Franziska Gassenschmidt mit Kompetenz und Herzlichkeit anpackt. 
 
Mehr als ein Dutzend  Nationalitäten kommen in der Wohnung im ersten Stock regelmäßig zusammen, es wird miteinander gesungen, gekocht, geredet, Deutsch (auch mit Kinderbetreuung) gelernt, und da dies dank guter Ausstattung am Computer möglich ist, werden nahezu spielerisch auch gleich die nötigen EDV-Kenntnisse mitvermittelt. 



Sich gegenseitig Mut machen und stärken steht im Mittelpunkt der Arbeit, aber wenn man so in die Runde blickt, die sich gestern zusammengefunden hatte, dann steht der gemeinsame Spaß offenbar an allererster Stelle. Das war auch gestern nicht überhören. "Wir singen ein Lied", ermunterte Gesundheitspädagogin Sabine Lang die Frauen. Und "Bruder Jakob" scheint wohl das internationalste Lied zu sein, das es gibt: Musik kennt keine Grenzen, und so kannte jede Besucherin die Melodie, aber sprachlich gab es ja doch Unterschiede. Jede Nation sang zunächst in der Landessprache - und dann vereinte alle der deutsche Text, in den der ganze Saal lauthals einfiel. Irgendwie klang es so, als sei man erleichtert, eine gemeinsame Sprache zu haben.


Überhaupt herrscht in dem Treffpunkt eine freundliche, familiäre Atmosphäre, eine Art geschützter Raum, in dem die Frauen aus sich heraus gehen und sich zum Beispiel auch trauen, nach vorne zu treten den anderen in großer Runde etwas über das eigene Heimatland zu erzählen. Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass es auch ausreichend zu essen gab! Spezialitäten aus 15 Nationen – wer kann da schon Nein sagen!


Auch die Kinder laufen hier selbstverständlich mit, es gibt Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten, alles passt zusammen.

Und dann die Kunstwerke, auf die man hier so stolz ist! Kürzlich hatte das Burda-Museum Frauen mit Fluchthintergrund zu einer Führung mit anschließendem Kunstworkshop eingeladen, und man hatte das Angebot in einer großen Gruppe samt Kindern angenommen. Jetzt hängen die Werke an den Wänden des Treffpunkts und an zusätzlichen Stellwänden, weil es so viele sind.

 
Vor allem auf den Erfolg von zwei Projekten ist man in der Einrichtung stolz, weil beide einen sehr guten Zulauf haben: Das eine heißt "Dounia" und bietet geflüchteten Frauen eine allererste Begegnung und Orientierung. Gerade Frauen leben kurz nach ihrer oft traumatischen Flucht oft noch in großer Furcht, und „in Via“ bietet ihnen niederschwellig Hilfe an, sich in kleinen Schritten in das nähere soziale Umfeld zu integrieren. 

Wenn sie dann bereit sind, über den Tellerrand zu blicken, können sie weiterführende Angebote von "MiA plus" annehmen wie zum Beispiel ein Sprachcafé, Unterstützung bei der Bewerbung auf einen Arbeitsplatz, überhaupt berufliche Orientierung, und eben auch PC- und Bewerbungstraining, bis hin zur Vermittlung von Praktika. Alle Angebote sind an die Erwartung geknüpft, dass die Frauen auch selber aktiv werden, regelmäßig mitarbeiten und Verantwortung übernehmen und sich eben auch in die betrieblichen Erprobungen trauen. 
 
Wie gut den Frauen der Weg in die persönliche Selbständigkeit tut, war bei der Stippvisite gestern zu beobachten. In diesem Sinne: Viel Erfolg weiterhin und bis zum nächsten Jahr bei der interkulturellen Woche! 



 

Samstag, 29. September 2018

Café international - Ende


Fröhliches Abschiedsfest
für das Café international




Aus – Ende – vorbei! Oder anders ausgedrückt: Ziel erreicht! Zum Abschluss des Cafés international war der Bonhoeffersaal noch einmal voll, aber die Zahl der Gäste konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Leben ein Fluss ist und somit auch die Integration der einstigen „Flüchtlinge“ voranschreitet. 



Zu Beginn, während der heißen Zeit des Ankommens, war das Café, das die evangelische Stadtkirchengemeinde initiiert hatte und mit Manfred Bender an der Spitze sowie mit einem großen Team Freiwilliger unermüdlich jeden Freitag betreut wurde, ein willkommener Anker und auch eine wunderbare Drehscheibe zum gegenseitigen Kennenlernen, so wandelte sich der Sinn und Zweck der Begegnungen im gleichen Maße, wie aus Flüchtlingen Mitbürger wurden. War es einst für die neu Angekommenen wichtig, sich in der Stadt und in der fremden Kultur zurechtzufinden und Freunde und Haltepunkt zu finden, so wurde es bald zum Treffpunkt für erste sprachliche Gehübungen, dann Kummerkasten, aber auch willkommene Gelegenheit, den beengten und ungemütlichen Wohnverhältnissen am Stadtrand einmal zu entrinnen und gute Stimmung zu tanken. 


 
Die Ehrenamtlichen lernten, dass man auch ohne Alkohol fröhlich sein kann, und dass Sahnetorten eher argwöhnisch beäugt wurden, Pizza, Obst und Teigteilchen dagegen umso reißenderen Absatz fanden.
Das Café international entwickelte sich schnell zu einem beliebten Freitagstreff für Menschen wirklich aller Nationen. Auch wenn man nicht immer am selben Tisch saß, sondern es schon allein wegen der Sprache einfacher war, in Heimat-Runden zu sitzen, so war man doch unter einem Dach und in einem Raum versammelt, und an jedem Tisch gab es genügend deutsche Ansprechpartner, die für alle Fragen und Sorgen ein offenes Ohr hatten.

Knallvoll und entsprechend laut war es oft, der Tischkicker war dicht umlagert, oft verstand man sein eigenes Wort nicht. Weihnachten 2015 packte das Team 80 kleine Päckchen – und sie reichten nicht aus...
Immer beliebt und lehrreich: Die „18-Uhr-breaks“, Pausen, in denen man etwas lernen konnte. Über die Feiertage in Deutschland beispielsweise, aber auch über Gleichberechtigung oder die komplizierten Verfahrensabläufe unseres Asylrechts.
Und dann begann das, was alle ja angestrebt hatten: die „Schützlinge“ wurden flügge: Sie kamen in Deutsch-Kurse, fanden Arbeit oder Ausbildung, manche Glückliche sogar Wohnungen. Sie gründeten Familien oder ihre Unterkünfte wurden mal hierhin mal dahin verlegt. Das reine Frauencafé, das irgendwann dem gemischten Café vorgeschaltet wurde, damit sich auch traumatisierte Frauen einmal aus ihren Unterkünften trauten, um sich eher traditionell unter sich auszutauschen, konnte irgendwann eingestellt werden, weil die Frauen sich offenbar emanzipiert hatten und der Bedarf nicht mehr gegeben war. 
 
Der Bus, der einige von ihnen weit abseits am Stadtrand einsammelte, wurde weniger frequentiert, dann gab er, regelrecht symbolhaft vom Zeitpunkt her, den Geist auf und wurde nicht mehr ersetzt. Und so mehrten sich die Zeichen der Veränderung, des Loslassen, des Abschiednehmen.



Das nahmen Team und Gäste gestern anlässlich der interkulturellen Woche mit gewohnter Leidenschaft an. Sie feierten den dritten Geburtstag und boten noch mal alles auf, was kulinarisch möglich war -  übrigens mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn bei aller Freude war es natürlich extrem anstrengend gewesen, drei Jahre lang jeden, aber wirklich jeden Freitag bereitzustehen. Damit ist nun Schluss, es müssen sich neue Beschäftigungen und Hobbys gesucht werden! So wurde es also kein Trauermarsch, sondern ein fröhliches Fest. Es wurde diskutiert, gesungen, gelacht, umarmt – und stolz wurden auch die ersten in Deutschland geborenen Babys herumgereicht.




Oberbürgermeisterin Margret Mergen (hier im Gespräch mit Manfred Bender und Alaa aus Syrien) ließ es sich nicht nehmen, der großen Abschiedsfeier beizuwohnen. Manfred Bender, Herz und Leiter des Cafés, hätte auch gerne seine rechte Hand Joseph aus Syrien begrüßt, doch dieser konnte ausgerechnet gestern nicht kommen: Ein Unfall hatte ihn ausgebremst. Immerhin – auch das beispielhaft für den Fortschritt der Integration: Der ehemalige „Flüchtling“ hat inzwischen eine Ausbildung und den Führerschein gemacht, und arbeitet als LKW-Fahrer und ist sehr glücklich, weil er nach langen, schweren Jahren des Bemühens seit kurzem auch seine Frau und seine Kinder bei sich hat. Endlich! Auch die Wohnungsfrage hat sich für ihn gelöst, und zwar ganz, wie es sich gehört: Durch Paten, die er im Café international kennengelernt hatte. 


 

Diese Kontakte sind es auch, die Wesen und Ziel des Cafés waren. Manfred Bender brachte es in seiner Ansprache auf den Punkt: Während Sozialarbeiter bei ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen nie die professionelle Distanz verlieren und keine Freundschaften aufbauen dürften, seien gerade persönliche Beziehungen Sinn und Zweck des Ehrenamts. Und diese Freundschaften sind beileibe keine Einbahnstraße, es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen und Ergänzen. Oder, wie Manfred Bender es nannte: „Ein Kollateralgewinn fürs Leben“.

Die Betreuung geht natürlich weiter, sei es in der Schule oder am Arbeitsplatz oder durch die gewonnenen deutschen Freunde - und natürlich auch durch das Diakonische Werk, das, so betonte Bender, auch weiterhin immer für die Sorgen und Nöte der Migranten da sein werde.








Sonntag, 23. September 2018

Waldseefest 2018


Kunterbuntes kulinarisches Fest
am Waldsee war ein voller Erfolg
Auch im dritten Jahr war das Waldseefest wieder ein voller Erfolg. Die in den Containern beengt wohnenden Flüchtlinge gaben ihr Bestes: Alle Nationen kochten um die Wette ...
















... mit Unterstützung der unermüdlichen Ehrenamtlichen aus dem Café Kontakt ...







... und hatten zum Teil ihre farbenträchtigsten traditionellen Kleidungsstücke angelegt, so dass man mit Fug und Recht sagen konnte: Baden-Baden ist bunt – zumindest der Waldseeplatz. 










Foto: M. Demers-Hoefele

Foto: M Demers-Hoefele



Und ihre Gäste, Nachbarn und Freunde - sogar ein paar Stadträte und die Oberbürgermeisterin ganz privat hatten sich eingefunden – genossen Stimmung und Speisen nach Herzenslust. 



 
Grußworte gab es natürlich auch: Sozialbürgermeister Roland Kaiser war gekommen, Café Kontakt-Chef Michael Moerschel behielt den Überblick, und als Novum trat dieses Jahr sogar einer der Bewohner, Maher Naif, ans Mikrofon und begrüßte die Anwesenden auf Deutsch.




So wurde es wie eh und je ein wunderbarer Einstieg in die Interkulturelle Woche, die noch bis zum 3. Oktober geht. Das Programm können Sie hier nachlesen. => KLICK


Und auch draußen ging es noch weiter, bis der große Regen kam - hier mit den Talking Drums und ihrem offenem Trommeln:

Foto: M. Demers-Hoefele
 





Und natürlich haben wir auch nachgesehen, was der Waldseegarten macht: Es herbstet, aber man die pflegende, liebevolle Hand gut erkennen. Übrigens sind die schon berühmten Okras inzwischen abgeerntet und waren in einem vorzüglichen afrikanischen Eintopf gelandet. (hier geht es zur Geschichte des Gartens => KLICK)


 

Und auch ein Sandkasten für die wachsende Kinderschar (übrigens kein Sandkasten, der Sozialneid wert wäre) ist inzwischen entstanden. 

 

Insofern – viel Arbeit und mit Liebe fürs Details umgesetzt... Es hat sich gelohnt! 

 






Dienstag, 18. September 2018

ikw 2018 - Programm


Interkulturelle Woche 2018
Das Programm für Baden-Baden


Einige der "Macher" der interkulturellen Woche zusammen mit Bürgermeister Roland Kaiser (vor dem Plakat) nach der Pressekonferenz, auf der das Programm vorgestellt wurde.


Am Samstag startet die interkulturelle Woche 2018 in Baden-Baden, die 15 ihrer Art übrigens. 23 Veranstaltungen an zwölf Tagen sollen das gute Zusammenleben der Kulturen in Baden-Baden demonstrieren und manifestieren. Immerhin leben 120 Nationen in unserer Stadt, zehnatausend Mitbürger besitzen keinen deutschen Pass. 

Es ist sehr schwer, Höhepunkte der interkulturellen Woche (ikw) zu benennen, deshalb hier an erster Stelle der Hinweis auf die zwei Veranstaltungen, die vermutlich die meisten Gäste anziehen werden, und schon hier sieht man, wie umfassend das Programm in diesem Jahr ist, denn es reicht von der bereits geglückten Integration von Flüchtlingen bis hin zum Werben um Verständnis für andere Religionsgemeinschaften:


Sommerfest am Waldseeplatz

So wird sicherlich am Sonntag, 23. September ab 15 Uhr das große Sommerfest am Waldseeplatz ein Publikumsmagnet sein: Einheimische und Geflohene stellen sich hierzu an die Kochtöpfe und kochen uns ihre Spezialitäten aus der Heimat. Besser und intensiver lässt sich Integration nicht erleben! Hier ein paar Impressionen vom Fest im vergangenen Jahr.=> KLICK


Ein Hinweis: 2017 haben die ehrenamtlichen Veranstalter für ihre Gastfreundschaft viel Geld aus eigener Tasche draufgelegt. Das sollte so nicht sein! Bitte zahlen Sie, was Ihnen das vielfältige, wunderbare Essen wert ist, auch wenn es keine festgelegten Preise gibt. Es werden Spendenboxen herumgehen! Falls Sie keine sehen, wenden Sie sich bitte an die Veranstalter!


Laubhüttenfest und jüdischer Info-Abend

Was ist koscher? Wie schaffen Sie es, Jugendliche am Sabbat jeden Samstag von ihre Smartphones fernzuhalten? Was ist verboten, was erlaubt? Was muss ich beachten, wenn ich jüdische Freunde zu mir nach Hause einladen und bewirten will? …
Mit anderen Worten: Was Sie schon immer über das Judentum wissen wollten, aber nie zu fragen wagten (oder keine Gelegenheit dazu hatten): Endlich wird es Antworten geben!


Foto: Pixabay


Denn am Mittwoch, 26. September, öffnet sich die israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden für die Öffentlichkeit und steht für alle Informationen offen.
Um 17 Uhr wird in den Kurhauskolonnaden eine Laubhüte aufgestellt, denn die Gemeinde feiert in jener Woche ihr „Laubhüttenfest“, eine Art Erntedank. Es wird zu einem geringen Selbstkostenpreis koscheres Essen und Trinken zum Probieren geben, dazu Musik und Tanzdarbietungen.
Um 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) geht es dann im Gemeindezentrum mit dem spannenden und umfangreichen Info-Abend weiter (Obergeschoss der Deutschen Bank, Nebeneingang neben der Garage - nicht barrierefrei, keine Reservierungen möglich, Eintritt frei).
Die Philharmonie unterstützt den Abend mit dem "Trio Brahms Plus". 


Das gesamte Programm ikw 2018 im Überblick


Samstag, 22. 9. 2018
9.30 bis 11.30 Uhr, Bonhoeffersaal, Bertholdstr. 6:
Faires Frühstück Baden-Baden
Beim sechsten „Fairen Frühstück“ des Vereins „Gemeinsam fair handeln e.V.“ gibt es ein reichhaltiges Frühstücksbüffet. Im Mittelpunkt steht diesmal das Motto „Ohne Bienen keine Ernte“ mit Kurzreferat der Imkerin Uli Braun aus Bühl.
Eintritt frei.


Sonntag, 23. September 2018
10 Uhr, Evangelische Stadtkirche am Augustaplatz:
Interkultureller Gottesdienst „Das christliche Morgenland“. Barbara und Fouad Ibrahim werden über die Kopten am Nil berichten.


Sonntag, 23. September 2018
15 bis 20 Uhr, Waldseeplatz:
Sommerfest, Informationen siehe oben!


Sonntag, 23. September 2018
18 Uhr, Evangelische Lutherkirche Lichtental:
Es iz geven a zumertog“ - „Es war an einem Sommertag“. Die Geschichte des Wilnaer Ghettos im Spiegel seiner Lieder, Konzert unter Sternen mit Roswitha Dasch und Ulrich Raue. Im Rahmen der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“ wird hier auch der Bogen zum Schicksal Baden-Badener Juden im Dritten Reich geschlagen. Näheres hier => KLICK


Montag, 24. September 2018:
16 Uhr, Rathaus Baden-Baden:
Kommunalpolitik hautnah – Demokratie vor Ort. Oberbürgermeisterin Margret Mergen empfängt Migranten aus einem fortgeschrittenen Integrationskurs, mit anschließendem Besuch der Gemeinderatssitzung.
Auch andere interessierte Flüchtlinge und deren Begleiter können hieran teilnehmen. Hierfür ist eine Anmeldung erforderlich bei der Integrationsbeauftragten Hanna Panther.


Montag, 24. September 2018
16 bis 17.30 Uhr, Jugendtreff Brücke 99, Schwarzwaldstr.101:
Malworkshop „Wir malen uns die Welt, wie sie uns gefällt“. Für alle Kinder zwischen 6 bis 11 Jahren. Zum Abschluss gibt es eine Kleinigkeit zu essen.


Dienstag, 25. September 2018
13.30 Uhr, Handwerkskammer, Rheinstr. 146:
Speed-Dating für junge Flüchtlinge und Handwerksbetriebe. Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch, auch zum Thema Praktikum und Ausbildung. Das Handwerk sucht noch Auszubildende! Eine große Chance!


Dienstag, 25. September 2018
19 Uhr, Friedenskirche, Schwarzwaldstr. 131:
Zusammenleben mit Muslimen“ - ein Beitrag zum interreligiösen Dialog. Pfarrer Martin Klein, Beauftragter für Flucht und Migration im Kirchenbezirk Karlsruhe-Land, informiert über die Grundpfeiler des Islam, wie das Gebet, das Almosengeben, die Wallfahrt etc. Eine Vertreterin des Rastatter Vereins „Die Brücke“ erzählt aus der Sicht einer Muslima, wie ihr Glaube aktuell gelebt wird. Mit Gelegenheit für Fragen und mitgebrachten Spezialitäten aus Baden und dem Orient.


Mittwoch, 26. September 2018
16.30 bis 20 Uhr, Stadtteilzentrum Briegelacker:
Bunter After-Work-Treff mit internationalen Spezialitäten und besonderem Rahmenprogramm, um miteinander interkulturell ins Gespräch zu kommen.


Mittwoch, 26. September 2018
17 Uhr bis 19 Uhr: Laubhüttenfest in den Kolonnaden
ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr): Informationsabend im Jüdischen Gemeindezentrum. Weitere Details siehe oben.


Donnerstag, 27. September 2018
9.00 bis 16.30 Uhr, Volkshochschule, Raum 9:
Seminar „Interkulturelle Kompetenzen“ Der arabische Kulturraum.
Grundlagen der interkulturellen Kommunikation und praktisches Wissen zum Umgang mit Menschen aus islamischen Ländern. Die Referentin Hedy Wasella stammt aus Ägypten, studierte in Heidelberg und lebt seit 26 Jahren in Deutschland.Der Kurs ist fast ausgebucht!
Kosten 75 Euro, für ehrenamtliche Sprachbegleiter frei.
Anmeldung bei Frau Burck


Donnerstag, 27. September 2018
16 bis 20 Uhr, evangelische Stadtkirche, Augustaplatz:
Gottesdienst und Spiel zum Erleben des Themas Asyl in Deutschland – auch für Jugendliche! Sie schlüpfen selbst in die Rolle eines Asylsuchenden in Deutschland.
Anmeldung erforderlich!
oder Tel: 07222-35021


Donnerstag, 27. September 2018
18 Uhr, Moviac-Kino, Sophienstr. 22
La Melodie“ - Der Klang von Paris. Der französische Film erzählt von einem strengen Geigenlehrer, der an einer Pariser Problemschule mit 13jährigen Schüler/innen die „Sheherazade“ vom Rimskij-Korsakow einstudieren soll. Der Film orientiert sich an einem realen Projekt; alle Kinder, die mitspielen, sind Laiendarsteller, die beim Casting vor Ort gefunden wurden.
Eintritt 9,50 Euro (Jugendliche unter 15 Jahren 7.50 Euro)


Donnerstag, 27. September 2018
19 bis 20 Uhr, Stadtteilzentrum Briegelacker:
offene Tango-Stunde mit Tango Carino und dem Tanzlehrer Daniel Rodriguez aus Buenos Aires, der bereits zum 3. Mal dabei ist.


Freitag, 28. September 2018
10.30 bis 12 Uhr, Theodor-Heuss-Schule, Gymnastikhalle:
Unsere Schule hat viele Gesichter“. Schüler/innen stellen in einer Gemeinschaftsveranstaltung den kulturellen Reichtum ihres jeweiligen Herkunftslandes vor.


Freitag, 28. September 2018
ab 18.30 Uhr, Jugendräume unter dem Bonhoeffersaal:
Café international. Der dritte Geburtstag ist auch gleichzeitig der Abschiedstag dieses beliebten Treffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische. => KLICK


Samstag, 29. September 2018
8.30 bis 17 Uhr, Stadtteilzentrum Briegelacker, Saal, 1. OG:
Vorsicht kulturelle Falle – achtsam begleiten und unterstützen
Seminar mit Dr. Jörg Sieger, in Deutsch und Englisch. Es geht um eine erste Sensibilisierung für kulturelle Fragen. Für Ehrenamtliche, Flüchtlinge, Migranten und Hauptamtliche. Mehr dazu hier => KLICK


Samstag, 29. September 2018
18 Uhr, yogaloft lumbini, Lange Str. 124
Ebony & Ivory … live in perfect harmony“ kulturelle Kontaktaufnahmen in Bild, Farbe und Klang mit Vertonungen von „eve on earth“, Videoclips, Gesang und interaktivem Konzert.


Samstag, 29. September 2018
10 bis 16 Uhr, Tag der offenen Tür im Rathaus
dabei um 12.30 Uhr eine langsamere Extra-Führung für Migranten.


Montag, 1. Oktober 2018
17 Uhr, Festspielhaus: Führung für alle Neuzugewanderten.
Anmeldung bis Donnerstag, 27. 9., erforderlich:
Tel. 07221-9314696


Dienstag, 2. Oktober 2018
10 bis 14 Uhr, in Via Puella, Luisenstraße 14:
Interkultureller Austausch: 15 Nationalitäten an einem Tisch. Mit kulinarischen Köstlichkeiten und Kunstwerken, die während eines Projekts in Zusammenarbeit mit dem Museum Frieder Burda entstanden sind.


Dienstag, 2. Oktober 2018
15 bis 17 Uhr, Katholisches Gemeindehaus St. Katharina, Pfarrstr. 1, Sandweier:
Faire Vielfalt verbindet“. Der offene Treffpunkt Café fair bietet Kaffee und Kuchen und ein ganzes Menü aus fair gehandelten Lebensmitteln aus aller Welt zum Probieren an.


Mittwoch, 3. Oktober 2018
ab 11 Uhr: Moschee in Steinbach, Vimbucher Str. 19 (Industriegebiet):
Tag der offenen Moschee. Fragen Sie nach Religion, Gepflogenheiten, Alltag, Sicht der Dinge – mit selbstgemachten türkischen Spezialitäten und Mocca in entspannter, fröhlicher Atmosphäre. 

Viel Spaß! 

Weitere Informationen auf der öffentlichen Facebookseite (keine Registrierung notwendig) => KLICK
und auf der Webseite => KLICK
Das Programm zum downloaden => KLICK



 

Montag, 3. September 2018

Achtsam Begleiten


Achtsam begleiten und unterstützen:
Seminar für Migranten und ihre Helfer

Im Rahmen der erfolgreichen und beliebten Fortbildungsreihe „Vorsicht kulturelle Falle“ findet am Samstag, 29. September 2018, von 8.30 bis 17 Uhr unter dem Dach des Caritasverbands Baden-Baden wieder eine Fortbildung für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, gemeinsam mit Migranten selbst und ebenso für Hauptamtliche statt. Thema wird diesmal „Achtsam begleiten und unterstützen“ sein.

Als Referent steht erneut Herr Dr. Jörg Sieger, Projektreferent im Projekt „Nah an Menschen von weit weg“ der Erzdiözese Freiburg und interkultureller Trainer zur Verfügung. 
 
Die Details:

Wann und wo?
29. September 2018, Stadtteilzentrum Briegelacker (Saal 1. OG).

Um was geht es?
Die großen Zahlen von Flüchtlingen und Asylbewerbern haben eine Welle von Solidarität und Hilfsbereitschaft ausgelöst. Es gibt vielfältiges Engagement. Kulturelle Unterschiede bilden Hürden und sind Anlässe von Frustrationen.
Worauf gilt es zu achten? ​ Woran kann ich mich orientieren? ​ Wie begegne ich Missverständnissen und Konflikten?

Was dürfen Sie erwarten?
Hier geht es um eine erste Sensibilisierung für kulturelle Fragen. Es wird zu ergründen versucht, auf welch unterschiedliche Verhaltensweisen ich treffen und wie ich darauf reagieren kann. Darüber hinaus soll ein Basiswissen im Blick auf interkulturelle Fragestellungen vermittelt und Hilfestellungen für eine eigene selbständige Beschäftigung mit der Thematik gegeben werden. Und wahrscheinlich wird die eigene kulturelle Prägung am Ende auch ein gutes Stück deutlicher und bewusster geworden sein.

Was Sie nicht erwarten dürfen:
Leider gibt es keine Rezepte dafür, wie man alle Schwierigkeiten umschifft. Es gibt auch keine Antworten auf alle Fragen. Und klare Handlungsempfehlungen für bestimmte Länder und Kulturen dürfen Sie ebenfalls nicht erwarten. Auch gibt es keine allgemeingültigen Regeln, denn jeder Mensch ist einzigartig und jede, der ich begegne, will als ganz eigene Persönlichkeit wahr und ernst genommen werden.

Wer ist angesprochen?
Dies ist ein Informations-Seminar für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern, für Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten für Koordinatoren von Helferkreisen, aber durchaus auch für Hauptamtliche.
Das Seminar wird auf deutscher Sprache mit Englischer Übersetzung durchgeführt.

Zum Programm
Samstag, 29. September 2018:
8.30 Uhr ​Stehkaffee und Begrüßung
9.00 Uhr ​Selbst- und Fremdwahrnehmung -
Was ist Kultur? ​Kulturelle Orientierungen
12.30 Mittagssnack
13.30 Uhr Weiterführung und Konkretisierungen
ca. 17 Uhr Ende


Das Seminar wird auf deutscher Sprache mit englischer Übersetzung durchgeführt. Es richtet sich diesmal gemeinsam an Ehrenamtliche in der Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern, an Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten, an Koordinatoren von Helferkreisen, aber durchaus auch an Hauptamtliche.

Da die Teilnehmerzahl auf max. 20 Personen festgelegt ist, melden Sie sich bitte baldmöglichst im Vorfeld an. Bitte geben sie auch an, was Sie besonders interessiert. Der Eingangszeitpunkt der An- und Rückmeldung per Fax oder E-Mail entscheidet über eine mögliche Teilnahme.

Anmeldung bis 24.September 2018 an Adrian Struch vom Caritas-Verband Baden-Baden
Tel. 07221 183525
Mobil: 0152 09427763