Freitag, 22. September 2017

Bürgerpreis


Bürgerpreis für die Alltagshelden in der Flüchtlingshilfe

Stellvertretend für alle Flüchtlingshelfer in Baden-Baden erhielt das „Netzwerk Asyl“ gestern den Bürgerpreis 2017 der Sparkassenstiftung in der Kategorie „Alltagshelden“. Das Netzwerk, das sich im Herbst 2015 gründete, um mehr Struktur in die ehrenamtliche Begleitung der rund tausend Flüchtlinge zu bringen, setzt sich aus den Koordinator/innen der Freundeskreise in den einzelnen Unterkünften, dem Café international, den Sprachlehrern, dem Arbeitskreis Asyl und dem Patenschaftsprojekt sowie – als informatorische Klammer – dem Blog „Flüchtlingshilfe-Baden-Baden“ zusammen. 


 

Die Gruppe tagt einmal im Monat, um zu besprechen, wie die Situation und die Stimmung in den Unterkünften ist, mit welchen Schwierigkeiten man gerade zu kämpfen hat, wie man bestimmte Probleme gelöst hat und welche Wünsche man an die Stadtverwaltung hat. Diese Wünsche und Anregungen bespricht das Netzwerk dann am „Runden Tisch Asyl“ in regelmäßigem Turnus ca. alle sechs Wochen mit Vertretern des „Hauptamtes“, also der Verwaltung.

Jüngstes Sorgenkind, so berichtete Jacqueline Olesen aus Haueneberstein und Gründungsmitglied des Netzwerkes, sei im Moment eine neue Regelung, nach der Flüchtlinge seit 1. Juli für ihre Handys keine Pre-Paid-Karten mehr kaufen können, weil man den Anbietern einen deutschen Ausweis oder einen Pass vorweisen muss. Ein Flüchtlingsausweis wird nicht anerkannt. Das ist nun besonders in den Unterkünften schlimm, in denen es kein oder nur mangelhaftes freies W-Lan gibt und trifft vor allem die, die neu nach Baden-Baden kommen und dringend Kontakt zur Heimat herstellen wollen. Tage- und nächtelang hat man sich bereits in diese Angelegenheit reingehängt, aber es scheint keine Lösung zu geben, und viele Flüchtlinge schließen deshalb in ihrer Not für sie eigentlich unerschwingliche Handyverträge ab.

Diese Sorge wird die Flüchtlingshelfer die nächsten Tage und Wochen auf Trab halten, doch gestern war erst einmal Gelegenheit innezuhalten und mit Stolz zurückblicken zu können.

Rund 350 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer in Baden-Baden vertritt das Netzwerk Asyl, schätzte dessen Sprecher Klaus Pistorius. 

Ihre Aufgaben sind vielschichtig wie das Leben: Sie reichen von der ersten Kontaktaufnahme zu den Geflüchteten, denen so etwas wie "Ehrenamt" fremd ist und denen erst einmal geduldig erklärt werden muss, dass es in Deutschland Menschen gibt, die anderen selbstlos helfen wollen, über Begleitung zu den Ämtern, zum Arztbesuch, hin zur Vermittlung in Sprachkurse, Hilfe beim Asylverfahren (durch den Arbeitskreis Asyl), Vermittlung von Regeln und Gesetzen in Deutschland bis hin zur Aktivierung in kulturellen und sportlichen Feldern wie Gesangsvereine und Fußballclubs. Wichtig ist hier auch das Café Kontakt in den Unterkünften, aber auch das Café international, das jeden Freitag im Bonhoeffersaal für alle Baden-Badener, ob neu oder alteingesessen, stattfindet. 

Ein breites Feld nimmt auch die Vermittlung in Arbeit ein, denn im Vorfeld müssen Lebensläufe geschrieben und "to-do-Listen eingepaukt werden, Ehrenamtliche gehen auch zu den potenziellen Arbeitgebern mit, handeln Praktikumsplätze und EQ-Maßnahmen aus, sorgen für Nachhilfe beim Besuch der Berufsschule (es werden neuerdings dringend noch ehrenamtliche Mathelehrer gesucht!) und unterstützen die Menschen, die ja auch psychisch oft am Ende sind. Außerdem telefonieren sie sich oft die Finger wund, um für ihre Schützlinge eine kleine Wohnung anzumieten. Dies ist der schwierigste Part, hörte man am Rande der Preisverleihung, denn hier habe man immer wieder ganz offen und direkt mit unverständlichen Vorurteilen zu kämpfen. Das ist oft frustrierend. Inzwischen gibt es schon das Modell des Wohnungspaten, der dem Vermieter anbietet, in eventuellen Konfliktfällen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Wenn man - ganz niedrig gegriffen - annehme, dass jeder sich im Durchschnitt vier Stunden in der Woche einbringt (eine Zahl, die bei den Netzwerkern belustigte Reaktionen hervorrief, weil die tatsächliche Stundenzahl viel höher ist), seien das seit Gründung des Netzwerks an die 50 000 Stunden Ehrenamtsarbeit, rechnete Klaus Pistorius vor. 



Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Baden-Baden-Gaggenau, Stefan Siebert, sprach den Vertretern der Helfer daher höchstes Lob aus und überreichte Klaus Pistorius den mit 2000 Euro dotierten Preis im Beisein von Oberbürgermeisterin Margret Mergen und weiteren Mitgliedern der Stiftungsjury.  

Ein Baden-Badener Erfolgsmodell“ fasste es heute die örtliche Zeitung zusammen.


Donnerstag, 21. September 2017

Filmabend "Angekommen"


Angekommen in Baden-Baden – eine Erfolgsgeschichte

Rund tausend Flüchtlinge leben derzeit in Baden-Baden, viele von ihnen kamen Ende 2014/2015 zu uns. Zeit, nachzusehen, was aus ihnen geworden ist. Das Bündnis „Baden-Baden ist bunt“ hat neun (nicht repräsentative) Schicksale von Menschen herausgepickt, die es „geschafft“ haben, und hat die acht Männer und eine Frau am Arbeitsplatz und Zuhause besucht. 


 

Unter ehrenamtlicher Mitwirkung der SWR-Auszubildenden Keno Bültena, Ina Brucker, Jenny Oehling, Yanuk Schmid und Tobias Weis, die mit Genehmigung ihrer Ausbilderin Christine Böhner auch das Equipment und den Schneideraum des SWR benutzen durften, wurde aus diesen Besuchen ein Film zusammengestellt, der die Situation unser neuen Mitbürger beleuchtet. 


 

Angekommen in Baden-Baden – aus Flüchtlingen werden Mitbürger“ lautete der Titel des Films, der am Dienstag auf der großen Leinwand des Cineplex gezeigt wurde und immerhin an die zweihundert Zuschauer angelockt hatte.

Die Integrationsbeauftragte Svetlana Bojcetic begrüßte die Anwesenden zu dieser Auftaktveranstaltung der interkulturellen Wochen, vor allem auch Astrid Saalbach von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit (SEZ).

Abdullah Rajab Almalla, „Appo“, der im vergangenen Jahr an gleicher Stelle seinen in der Flüchtlingsunterkunft der Schussbachstraße gedrehten Film „Schatten“ vorgestellt hatte, berichtete, wie es ihm in der Zwischenzeit als „Angekommener“ ergangen ist: Seit September hat eine Ausbildung zum Mediengestalter beim SWR und sorgt gerade mit seiner Ausstellung „Untergegangen“ am Augustaplatz für Aufsehen.

Anschließend rief Werner Henn im Namen des Bündnisses alle Beteiligten auf die Bühne: Neben den SWR-Azubis und Gertrud Esslinger, die im Hintergrund Regie geführt und viel Freizeit und Sachverstand in dieses ambitionierte Projekt gesteckt hatte, waren dies Khalil Khalil, der sowohl vor als auch hinter der Kamera gestanden hatte, SWR-Urgestein Christof Teelen, der ebenfalls beim Drehen geholfen hatte, und natürlich die Akteure, die zum großen Teil anwesend waren und mit Recht stolz darauf sein konnten, wie sie sich in kurzer Zeit in Baden-Baden integriert haben:

- Samson, der bereits seit September 2015 in der Großen Tanne in Unterstmatt als Helfer arbeitet und hier sehr engagierte Arbeitgeber gefunden hat, die alles daran gesetzt haben, damit er nun eine Ausbildung zum Koch absolvieren kann und trotz Ablehnung des Asylantrags für die nächsten Jahre bei ihnen bleiben darf.

- Aeman aus dem Irak, der im Holzbaubetrieb Ziermann in Rastatt eine Ausbildung zum Zimmermann absolviert hat und im nächsten Jahr seine Gesellenprüfung ablegt,

- Emanuel, sein Arbeitskollege aus Kamerun, der in der Heimat von der Boko Haram verfolgt wurde, dessen Asylantrag abgelehnt wurde, der aber eine Ausbildung zum Dachdecker starten möchte.

- Ahmad aus Damaskus, dessen Frau und zwei kleine Kinder inzwischen nach Baden-Baden nachkommen konnten, der fleißig Deutsch lernt, mit Hingabe als Schlagzeuger auftritt, wo immer sich eine Gelegenheit bietet, und der davon träumt, irgendwann in seinem erlernten Beruf als Frisör einen eigenen Laden zu betreiben

- Aisha aus Aleppo, die in ihrer Heimat im Bombenhagel im dortigen Krankenhaus als Internistin gearbeitet hat, die inzwischen in Baden-Baden in der Stadtklinik hospitiert und auf ihre Zulassung wartet

- Alaa aus Syrien, der aus einer großen Gastronomen-Familie kommt und mit seiner Tätigkeit im Rizzi sehr zufrieden ist, obwohl er eigentlich Mechatroniker werden möchte,

- Abdihakim aus Somalia, der nach Abschluss der Vorbereitungsklasse am RWG kurzzeitig als Schuhverkäufer gearbeitet hat und nun einen Job in Bühl hat, und der sich bei aller Euphorie auch Gedanken und Sorgen um die teilweise mangelnde Motivation anderer Flüchtlinge in Baden-Baden macht

- Yannick aus Kamerun, dessen Traum vom ersten Tag es war, ein großes Müllauto in Baden-Baden zu fahren und abends ein Feierabendbier zu genießen, der diesen Traum zielstrebig verwirklicht: Bei der Müllabfuhr ist er schon, den normalen Führerschein hat er auch schon, jetzt plant er die LKW-Fahrerlaubnis... allerdings wurde auch sein Asylantrag abgelehnt.

- und dann ist da natürlich noch Khalil Khalil, das stadtbekannte Multitalent, dessen große Passion das Spiel mit den deutschen Worten ist, der gerne fotografiert, zurzeit für das Onlineportal „Badisches.de“ Filme dreht und schneidet, aber der davon träumt, eines Tages eine Ausbildung beim SWR beginnen zu können. 

Allesamt also Musterbeispiele, wie es funktionieren kann, wenngleich einigen nun Ablehnung und Abschiebung drohen.
 



 Um dieses heikle Thema drehte sich die anschließende, von Patrick Fritsch klug moderierte Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Michael Geggus, VHS-Chefin Monika Burck, der Migrationsbeauftragten des Jobcenters, Britta Händel, und Ludwig Herfs vom Arbeitskreis Asyl. Alle waren sich darüber einig, dass sich Fleiß und Arbeitswille für jeden Flüchtling auszahlen sollten und dass hier die Politik gefordert ist.

Bleibt noch nachzutragen, dass an diesem Abend 193 Euro für die Bike-Docs gespendet wurden. Herzlichen Dank dafür!

Der Film „Angekommen in Baden-Baden – aus Flüchtlingen werden Mitbürger“ wird übrigens am Freitag, 13. Oktober, um 18 Uhr zusammen mit dem letztjährigen Film „Schatten“ von Abdullah Rajab Almalla und dem Kurzbeitrag „80 Quadratmeter Integration“ wiederholt, diesmal im Moviac. Eintritt frei, Kartenreservierung wird dringend empfohlen.

Außerdem wird der Film "Angekommen" in mehreren Sequenzen, nicht an einem Stück, auch beim Kiwanis-Familienfest am Sonntag, 24. September von 11 bis 17 Uhr in der Eventakademie zu sehen sein.







c.i. - 2 Jahre


Multikulti Geburtstagsparty


Im Rahmen der Interkulturellen Wochen feiert das Café International morgen, Freitag, 22. September, ab 18 Uhr im Bonhoeffersaal seinen zweiten Geburtstag: Es wurde bei der Interkulturellen Woche 2015 gegründet! (hier das Gründungsplakat)




Eine Diashow erinnert an die Höhepunkte in der zweijährigen Geschichte. Dass Multikulturalität auch humorvolle Seiten hat, zeigt der Kurzfilm "Schwarzfahrer", der an dem Abend mehrfach zu sehen sein wird. Für die Kinder ist eine abwechslungreiche Spielstraße aufgebaut. Alle Gäste sind zu internationalen Tänzen eingeladen.






Dienstag, 19. September 2017

Untergegangen


Eindrückliche Kunstaktion am Augustaplatz

Sehr beindruckend und bedrückend ist die Fotoausstellung „Untergegangen“, die der junge Syrer Abdullah Rajab Almalla konzipiert hat, und die gestern im Beisein von viel Prominenz aus Kulturleben und Gesellschaft feierlich öffnet wurde.



16 großformatige Fotografien aus dem heutigen zerstörten Aleppo, Portraits verzweifelter Menschen ebenso wie Ruinen des einstigen Weltkulturerbes sind hier zu sehen, versenkt im Wasser des Augustasees. Eindrücklicher kann man nicht dokumentieren, dass allein im vergangenen Jahr 3771 Menschen im Mittelmeer ertranken. Unzählige sind im Land geblieben und müssen dort bis heute unter menschenunwürdigen Bedingungen hausen. 




 
Die Ausstellung ist bis 7. Oktober zu sehen und Teil der interkulturellen Wochen. Parallel zur Open-Air-Ausstellung, die man 24 Stunden am Tag besichtigen kann, gibt es im angrenzenden Welterbewürfel eine Diashow „Aleppo vor und nach dem Krieg“. Die Präsentation dauert nur wenige Minuten und wird jeweils eine halbe Stunde lang in Dauerschleife gezeigt, und zwar an folgenden Tagen:
Mittwoch, 20. 9., um 19 Uhr, Samstag, 23. 9., um 12 Uhr, Montag, 25. 9., um 12 Uhr, Freitag, 29. 9., um 19 Uhr und Dienstag, 3. 10., um 18 Uhr. 

 


Abdullah Rajab Almalla, der die Ausstellung konzipiert und durchgeführt hat, ist in Aleppo geboren und dort auch Archäologie studiert. 2015 flüchtete er aus Syrien und lebt seitdem in Baden-Baden, wo er nun Anfang des Monats eine Ausbildung beim SWR begonnen hat.




Die Fotos zur Ausstellung lieferte Waseem Series (Pseudonym), der auch heute noch in Aleppo lebt und Medien an der dortigen Universität studiert. Zwei weitere beteiligte Fotografen leben ebenfalls in Aleppo. Aus Sicherheitsgründen werden keine näheren Informationen über diese drei Künstler preisgegeben. 

 

Abdullah Rajab Almalla, genannt „Appo“, sorgte bereits im vergangenen Jahr während der interkulturellen Wochen mit seinem Film „Schatten“ für Aufsehen. In diesem Film begleitete er zahlreiche Landsleute im Alltag in ihrer Baden-Badener Flüchtlings-Unterkunft in der Schussbachstraße und ließ sie mit ihren Sorgen und Träumen zu Wort kommen. Dieser Film wird übrigens dieses Jahr noch zweimal gezeigt: Am Donnerstag, 28. September, um 19.30 Uhr im katholischen Pfarrsaal St. Bartholomäus in Haueneberstein und am Freitag, 13. Oktober, um 18 Uhr im Moviac zusammen mit dem Kurzfilm „80 qm Integration“, der ebenfalls in Baden-Baden gedreht wurde, und dem Film „Angekommen in Baden-Baden – aus Flüchtlingen werden Mitbürger“, der heute Abend Premiere hat.

Heute, 19 Uhr, Premiere im Cineplex-Kino

In diesem Film kommen neun Flüchtlinge aus unterschiedlichen Nationen zu Wort, die es in Baden-Baden „geschafft“ haben. Sie wurden zuhause und am Arbeitsplatz gefilmt, und dennoch ergab sich bei einigen kurz nach den Dreharbeiten dramatische Wendungen... 




Eine Podiumsdiskussion im Anschluss an den Film wird sich auch mit dem Schicksal derjenigen Flüchtlinge befassen, denen es bislang nicht gut gelang, Fuß zu fassen, beziehungsweise denen die Politik einige Knüppel zwischen die Beine geworfen hat. Es diskutieren Bürgermeister Michael Geggus, Monika Burck von der Volkshochschule über das Thema Sprache, Ludwig Herfs vom Arbeitskreis Asyl über das Thema Abschiebungen und zum Thema Arbeit als Vertretung des leider erkrankten Jobcenter-Chefs Gerald Maisberger seine Mitarbeiterin, die Migrationsbeauftragte Britta Händel. Moderation: Patrick Fritsch. Durch den Abend führt die Integrationsbeauftragte Svetlana Bojcetic, und auch „Appo“ stellt zu Beginn des Abends seine Kunstaktion vor.
Karten (4 Euro, freie Platzwahl) gibt es im Vorverkauf und hoffentlich auch noch an der Abendkasse. => KLICK

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Bitte sehen Sie sich auch den Film über die Aktion an. Khalil Khalil hat ihn für www.Badisches.de gedreht. Wunderbar! => KLICK



 




 

Montag, 18. September 2017

WSP Fest 2017


Der Waldseeplatz feiert -
ein großes Fest der Sinne




Was soll man da groß schreiben. Der Waldseeplatz hat eine neue Tradition: Das Herbstfest! Letztes Jahr hatte man zaghaft und zweifelnd und auf Sponsoren hoffend damit begonnen, man hatte Speisen aus aller Welt gekocht und geteilt, Musik gemacht, gesungen und getanzt, und die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft für ein paar Stunden zu einer fröhlichen Gemeinschaft zusammengeschweißt, in der Hoffnung, sie würden in dieser Zeit ihre Sorgen und Nöte aus der Flucht aus der Heimat vergessen. 



 
Heute, ein Jahr später, gab es die zweite Auflage – wesentlich routinierter und gelassener, aber nicht weniger lecker und fröhlich. Der Chef des Café Kontakts, Michael Moerschel begrüßte alle auf seine unnachahmliche salopp-herzliche Art, er ließ auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen zu Wort kommen und kam ohne Umschweife zum Wesentlichen des Nachmittags, dem unglaublich vielfältigen, hervorragenden Essen aus elf Nationen. 



 
Die Köche und Köchinnen hatten sich selber auch mit der künstlerischen Darbietung ihrer Köstlichkeiten überboten.



Keyvan Bahonar aus dem Iran und die allseits bekannten Talking Drums sorgten für handgemachte musikalische Unterhaltung, und die Musik, die zwischenzeitlich aus der Konserve über die Lautsprecher schallte, ließ ahnen, dass der spätere Abend auch tänzerisch ein Fest werden würde. 
 
Bleibt noch nachzutragen, dass es leider unmöglich war, alles zu probieren, und dass niemand das Fest hungrig verlassen musste. Die Köche und Köchinnen haben - mit Unterstützng der Ehrenamtlichen - wirklich ALLES gegeben! 
Hier ein paar selbsterklärende Impressionen vom Fest der Sinne...
















Übrigens: Neun "unserer" Flüchtlinge aus Baden-Baden haben sich für die interkulturelle Woche zuhause und am Arbeitsplatz filmen lassen und über ihre Situation gesprochen. Der Film wird morgen, 19. September, um 19 Uhr im Cineplex-Kino gezeigt. Es gibt noch ein paar Karten (4 Euro, freie Platzwahl). Hier der Link zum Reservieren => KLICK



Freitag, 15. September 2017

EA-Treffen


Ehrenamtstreffen helfen in schweren Zeiten

Schwierige Zeiten für die Flüchtlingshelfer in Baden-Baden: Viele Flüchtlinge sind in andere Unterkünfte verlegt worden, Einrichtungen wurden geschlossen – und die Flüchtlinge wurden umverteilt; immer mehr Flüchtlinge sind inzwischen anerkannt und leben nun in Anschlussunterbringungen oder sind sogar in eigene kleine Wohnungen gezogen. All diese Faktoren haben auch die Arbeit und die Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer verändert. Viele Helfer folgten ihren Schützlingen in die neuen Unterkünfte, dort bereits bestehende Helferkreise wurde dadurch aufgebrochen und neu vermischt. 

  

 
Immer mehr Helfer wandten sich daher in letzter Zeit an die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt, Katharina Thomas, und regten ein Treffen an, bei dem man sich unterkunfts-übergreifend begegnen und austauschen kann. Nach Rücksprache mit Vertretern des ehrenamtlichen Netzwerks Asyl und der Caritas war für Katharina Thomas schnell klar, wie wichtig ein solches Treffen ist. Diese Woche nun fand ein Auftakttreffen im Scherer-Familienzentrum statt, und mehr als 30 Helfer aus zahlreichen Unterkünften, aber auch einige „Einzelkämpfer“, folgten der Einladung.




Grundidee war eine Art „Café Kontakt“ für Ehrenamtliche, erläuterte die Gastgeberin, deshalb werde es zu den Treffen auch immer etwas zu essen und zu trinken geben, und ganz gewiss soll es auch eine Weihnachtsfeier geben. Die Treffen sollten regelmäßig stattfinden, vielleicht alle sechs Wochen, und ungefähr zwei Stunden dauern.
Oberstes Ziel soll die Vernetzung der Ehrenamtlichen untereinander sein, aber es soll auch stets einen Informationsblock geben. Welche Informationen die ehrenamtlichen am dringendsten brauchen, wurde im Laufe des ersten Abends lebhaft diskutiert.




Eine Art Schwarzes Brett/Börse („Was wird gebraucht, was möchte jemand anbieten?“) fand den Weg ebenso auf die Liste wie Themen über gelungene Integration („Was lief warum gut? Was lief warum schlecht?“), Zeugnisanerkennung und Ausbildungsförderung, der Wunsch nach professioneller Rechtsberatung im Bereich Familien- und Strafrecht, Wege einer besseren Kommunikation, die Suche nach schnell verfügbaren ehrenamtlichen Dolmetschern (vor allem Farsi), das Thema Sauberkeit und Ordnung und auch die Nachfrage nach mehr kulturellen Hintergründen und nach einer Supervision für Ehrenamtliche standen im Mittelpunkt. Diskutiert wurde auch, ob und wie man eventuell eine Art Spezialistenpool aufbauen könnte – nach dem Beispiel Fahrräder und Sprache, für die es bereits jeweils einen Ansprechpartner gibt, der/die alle Anfragen unterkunftsübergreifend koordiniert.

All diese Punkte wurden gesammelt, anschließend konnten die Ehrenamtlichen mit Hilfe von Klebepunkten die Priorität der Themen bestimmen, ebenso konnten sie angeben, an welchem Wochentag die Treffen am besten stattfinden sollten.




Der Abend klang mit lebhaften Gesprächen aus, ganz so wie die Organisatorin es sich gewünscht hatte. 
Der Termin für das nächste Treffen wird rechtzeitig bekanntgegeben, hier auf diesem Blog und auch per Rundmail. Katharina Thomas nimmt gerne weitere Interessenten in ihren Verteiler auf, schreiben Sie ihr!





Mittwoch, 13. September 2017

ikw 2017 - Film


Angekommen in Baden-Baden - 
Film zur interkulturellen Woche 

2017 beteiligt sich das Bündnis "Baden-Baden ist bunt" wieder bei den interkulturellen Wochen in Baden-Baden, und zwar mit einem Film über die Situation einiger Flüchtlinge in Baden-Baden. Titel: "Angekommen in Baden-Baden - aus Flüchtlingen werden Mitbürger". 

Hier der Trailer => KLICK

oder klicken Sie bitte aufs Foto:


 

Termin: Dienstag, 19. September, 19 Uhr, Cineplex Kino.



 

Yannik aus Kamerun wollte schon immer bei der deutschen Müllabfuhr arbeiten - und hat es geschafft, Samson aus Nigeria findet hoch droben im Schwarzwald in einer Biker-Kneipe seine neue Heimat und spielt abends in Baden-Baden mit deutschen Freunden in einer Freizeitband, die mit Begeisterung auch afrikanische Rhythmen einübt, Alaa aus Syrien schüttelt in einer In-Bar der Stadt die exotischsten Cocktails aus dem Ärmel... Neun solcher - nicht repräsentativer - Erfolgsbeispiele hat das Bündnis „Baden- Baden ist bunt“ mit ehrenamtlicher Unterstützung von Auszubildenden des SWR zuhause und am Arbeitsplatz aufgesucht, um zu dokumentieren, wie die einst fremden Flüchtlinge, die in den letzten zwei, drei Jahren übers Meer zu uns nach Deutschland flohen, in Baden-Baden heimisch und erfolgreich wurden.



Die ausgewählten Mitbürger aus verschiedenen Herkunftsländern berichten in dem Film über ihre Sehnsüchte, ihre Träume, aber auch ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und über ihre Eindrücke und Erlebnisse in Baden-Baden. Szenen beleuchten ihren Alltag, sei es im Beruf oder am heimischen Herd, hautnah, unverfälscht, authentisch. Am Ende steht bei manchen aber auch die Ablehnung ihrer Asylanträge...




Lassen Sie sich mitnehmen in ihre Welt, freuen Sie sich über ihre Schritte in die Normalität, begleiten Sie sie bei ihren Hobbys, lernen Sie sie kennen als Botschafter und leuchtende Beispiele dafür, wie Integration in unserer Stadt laufen kann.



Es gibt außer den im Film gezeigten Beispielen natürlich noch viele Menschen, die es „geschafft“ haben und in Baden-Baden angekommen sind (auch ein alter Bekannter, Abdullah, Rajab Almalla, der Regisseur des letztjährigen Films "Schatten", wird am Dienstag zu Wort kommen!) - aber, und das sei nicht verschwiegen, auch einige, bei denen es nicht so gut geklappt hat.

Damit wird sich im Anschluss an den Film eine Podiumsdiskussion befassen. Es diskutieren unter anderem Bürgermeister Michael Geggus, der Geschäftsführer des Jobcenters, Gerald Maisberger, die Leiterin der Volkshochschule, Monika Burck, und Ludwig Herfs vom Arbeitskreis Asyl.
Moderation: Patrick Fritsch 
 
Durch den Abend führt die Integrationsbeauftragte Svetlana Bojcetic. 
 
Eintritt 4 Euro ohne Ermäßigung. Der Reingewinn kommt den Bike-Docs in Baden-Baden zugute, die die Füchtlinge aller Unterkünfte zur dunklen Jahreszeit bei der Beleuchtung ihrer Fahrräder unterstützen möchten.

Kartenreservierung (freie Platzwahl) ab sofort im Cineplex möglich.
Tel. 07221 92 29 000
oder online hier => KLICK