Dienstag, 12. Januar 2016

Theater - Welches Land


Diskutieren Sie mit:
Welches Land wollen wir sein?


+++ Aktualisierung: Soeben (Freitagnachmittag) wird mitgeteilt, dass Bürgermeister Michael Geggus seinen Auftritt abgesagt hat. Stattdessen kommt Pfarrer Thomas Weiß aus Lichtental aufs Podium. +++

Aktueller geht es wirklich nicht:

"Welches Land wollen wir sein?“ Diese Frage soll am kommenden Sonntagvormittag, 17. Januar, um 11 Uhr anlässlich der Matinee zum neuen Stück "Zorn" im Theater Baden-Baden mit dem Publikum diskutiert werden.

Dabei stellt sich folgende Frage: Wollen wir eine offene Gesellschaft sein, geleitet von Freiheits- und Menschenrechtsidealen, oder eine exklusive Gesellschaft, die ihre Identität nach traditionellen Kriterien von Zugehörigkeit und Schutz vor äußeren Bedrohungen sichert? In den Antworten gibt es viele Schattierungen und Abstufungen, und gerade wo es konkret wird, wie beim Asyl und bei der Einwanderung, gewiss keine einfachen Lösungen. Aber ist nicht die offene Gesellschaft gerade diejenige, die Schwierigkeiten in Kauf nimmt für das höchste Gut, das sie zu verteidigen hat: die Freiheit?

Bereits an mehreren Schauspielhäusern wie beispielsweise in Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg fanden Ende de Jahres auf Anregung der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins derartige Podiumsdiskussionen zu diesem Thema statt, teilt das Theater Baden-Baden mit.




Peter Wien, Journalist und ehemaliger Redakteur bei ARD und ARTE, wird als Moderator durch die Diskussion führen. Als Gesprächspartner und Impulsgeber sind Bürgermeister Michael Geggus, Schriftstellerin und Bloggerin Rita Hampp sowie der Regisseur Otto Kukla eingeladen. In einer Art Townhall-Debatte sind Fragen und Statements aus dem Publikum sehr erwünscht. Trauen Sie sich! Sagen Sie Ihre Meinung! Wie soll Ihr Land sein?

Das Thema der Diskussion ist auch ein Thema in „Zorn“. Das Stück der australischen Dramatikerin Joanna Murray-Smith handelt davon, dass ein 16-jähriger eine Moschee mit islamfeindlichen Graffiti besprüht hat. Für die gut situierten Eltern, denen eine Erziehung zu Gewaltfreiheit und Toleranz immer wichtig war, ist dies ein Schock. Sie müssen sich nun fragen, was sie falsch gemacht haben, jetzt und in der Vergangenheit. Und plötzlich gerät auch ihre eigene Lebensgeschichte ins Visier. Themen wie die Rebellion gegen die Werte der Elterngeneration, Konsequenzen aus der Religionsfreiheit und Umgang mit Gewalt, die das Stück „Zorn“ unter anderem behandelt, werden somit weitere Impulse für die Diskussion „Welches Land wollen wir sein?“ sein.

Inhalt und Termine für das Stück "Zorn" finden Sie hier => KLICK