Donnerstag, 4. Februar 2016

Waldsee - Start


Waldseeplatz: heute ziehen die ersten Bewohner ein



Punktlandung!

Noch ist das kleine Flüchtlingsdorf auf dem Waldseeplatz eine riesige Baustelle und versinkt im Matsch, da ist bereits ein Wohncontainer fertiggestellt, werden die ersten Betten, Spinde und Küchenzeilen hergerichtet, weil man nun stündlich mit den ersten Bewohnern rechnet. Und wie es so geht: Stand am Vormittag noch nicht fest, wann und woher sie kommen werden, wie viele es sein werden, hieß es am Nachmittag: Morgen (also heute) wird mit den ersten 20 bis 30 Bewohnern gerechnet, alleinreisende Männer hauptsächlich, ein bunter Nationalitätenmix aus Afghanistan, Afrika, bis Pakistan und China. 

 
Von links: Josef Hauk, Bürgermeister Michael Geggus, Kathrin Warth, Peter Weingärtner

Kein Problem, denn alle stehen bereit: Die Verwaltung ebenso wie die Ehrenamtlichen. Die erste (von künftig drei) Sozialarbeiterin, Lisa Gompper, hat am Montag ihren Dienst aufgenommen, die Hausmeister stehen Schrauberzieher bei Fuß, und auch Bürgermeister Michael Geggus hat allen Grund zu strahlen, weil auch baulich alles so gut geklappt hatte: Glück gehabt, sagte er bei der Pressekonferenz gestern Vormittag mit Blick aufs Wetter: Der Winter habe es gut gemeint mit den Baufirmen, es sei zu keinen Verzögerungen gekommen.



Ein kleines Wunder war es trotzdem, dass gestern der erste Bauabschnitt fertiggestellt werden konnte. Man bedenke, dass die Verwaltung erst  Anfang September Kontakt mit dem Baden-Badener Architekturbüro AID aufgenommen hatte. Der Auftrag: möglichst schnell und effektiv eine Lösung für die Unterbringung von Asylbewerbern zu suchen. War man zunächst noch von einem „atmenden Dorf“ von tausend Bewohnern ausgegangen, reduzierte sich die Zahl dank Einspruchs des Gemeinderats auf 312. Doch auch für die sollte so schnell wie möglich ein Dach über dem Kopf bereitstehen. Das bedeutete für die beteiligten Planer und Baufirmen Arbeitseinsatz rund um die Uhr.

Und es ist gelungen. „Zielvorgabe erfüllt“, freute sich Geggus. Stolz führte er zunächst durch das Verwaltungsgebäude, das in der Mitte des Platzes steht und im vorderen Teil die Büros der Sozialarbeiter und Hausmeister sowie einiger Verwaltungsmitarbeiter beherbergen wird.



In der Mitte wird des Gebäudes eine abgeschlossene Krankenstation eingerichtet, in der regelmäßig Arzt-Sprechstunden abgehalten werden sollen und auch ein Krankenzimmer zur Verfügung steht. Im hinteren Teil gibt es einen großzügigen Bereich für das Ehrenamt, mit großem Versammlungsraum, Küche und kleineren Besprechungszimmern. Zusätzlich wird es in jeder Unterkunft weitere Gemeinschaftsräume, zum Beispiel für Sprachunterricht, geben.




Sechs Wohntrakte werden sich letztlich um das Verwaltungsgebäude herum gruppieren, jeder der einstöckigen Container wird für bis zu 52 Menschen ausgerichtet sein. Im Augenblick steht Haus Nummer Eins, im Zwei-Wochentakt werden dann bis Mitte April die weiteren Gebäude folgen. Auf 7,5 Millionen Euro werden sich die Kosten belaufen, hieß es. Und auch hier Zufriedenheit auf ganzer Linie: Trotz sehr schwieriger Marktlage bei der Beschaffung von Containern habe man den Kostenrahmen einhalten können.

Übrigens wurde auch ein befestigter Gehweg an der Straße entlang gebaut und mit Straßenlaternen bestückt. 
 



Am Nachmittag waren die ehrenamtlichen Helfer eingeladen, ihre neue Wirkungsstätte zu begutachten. Fachgebietsleiter Peter Weingärtner informierte sie über die wesentlichen Integrationsgrundsätze der Stadt, die dem Erlernen der deutschen Sprache oberste Priorität einräumt, auch stellte er sein Team vor, das künftig Hand in Hand mit dem Ehrenamt arbeiten wird.

Die Nachricht, dass bereits heute im Laufe des Nachmittags die ersten 20 bis 30 Flüchtlinge erwartet werden, war dann keine große Überraschung für die Ehrenamtlichen. Sie stehen dank hervorragender Vorbereitung mit großem Elan bereit, die neuen Mitbürgern auf ihrem Weg in die Integration zu unterstützen. Café Kontakt, Begrüßungsgruppe und Sprachlehrer haben sich unter dem Dach der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden aus der Weststadt bereits formiert, weitere Mitstreiter werden noch gesucht und sind jederzeit herzlich willkommen.

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