Sonntag, 9. Oktober 2016

Waldseeplatz - Oktoberfest


Oktoberfest mit köstlichen Leibspeisen aus acht Nationen

240 Menschen aus acht Nationen leben mittlerweile auf dem Waldseeplatz. Sie lernen Deutsch, sie suchen und finden Arbeit, sie versuchen miteinander auszukommen. Und – ob sie wollen oder nicht – sie wachsen zu einer (Zweck-)Gemeinschaft zusammen. Wie gut das Zusammenleben inzwischen funktioniert, zeigte sich am Samstag, als sie zusammen mit ihren deutschen Helfern Freunde, Nachbarn und Interessierte zu einem großen Oktoberfest einluden.


Unter der Oberhoheit der rührigen Mannschaft des Cafés Kontakt liefen im Vorfeld die Organisationsdrähte heiß; je näher der 8. Oktober rückte, umso hektischer wurde es. Koch- und Einkaufspaten mussten her, Warmhalteplatten, Suppenkellen, es wurden Blumen gepflückt, Tische hergerichtet, Zelte organisiert. Sogar an Länderflaggen und Informationsschilder für die einzelnen Gerichte war gedacht worden. Überraschungen gab es auch, denn nicht jeder, der sich als Koch meldete, kochte dann auch – was aber an der Anzahl und Auswahl und Qualität der Speisen nichts änderte. 



Ach ja, die Speisen! Wer den Aufruf in der Zeitung und in den sozialen Medien ignoriert hatte, hatte selber schuld! Es gab die köstlichsten Köstlichkeiten aus aller Herren und Damen Länder, die man sich nur vorstellen konnte: Die Köche aus Pakistan, Gambia, Irak, Iran, Eritrea, Nigeria, Syrien, Somalia und auch Deutschland hatten es sich ganz offensichtlich zum Ehrgeiz gemacht, sich gegenseitig zu übertrumpfen – leider konnte niemand alles essen, auch wenn die Versuchung wirklich groß war! 
















 
Michael Moerschel, der Motor des Cafés Kontakt, berichtete bei seiner Begrüßung, dass man noch vor wenigen Tagen eigentlich vor dem Nichts stand: „Ich ging zum Bier Wurz und schilderte, was wir brauchen, und man sah mich an und fragte: Ja, wieviel Geld haben Sie denn – und ich sagte: Noch nichts.“ Die Antwort der Firma war, wie man es in Baden-Baden ja zum Glück oft erleben kann in der Flüchtlingshilfe: Pünktlich zum Fest stand ein Wagen mit Getränken vor der Unterkunft, und niemand musste durstig bleiben. 




Auch dass für die feste Nahrung gut gesorgt werden konnte, hatte man großzügigen Spendern zu verdanken: Zum einen griff der Lionsclub Lichtentaler Allee den Akteuren mit einer stattlichen Summe unter die Arme, zum anderen opferten Paulusgemeinde und St. Bernhard ihre gemeinsame Kollekte des ökumenischen Erntedankgottesdienstes für den guten Zweck. Und dann konnte es endlich losgehen. Die stadtbekannten Talking Drums heizten die Stimmung zu Anfang kräftig ein, 


dann gab es einen wahren Run aufs Büffet, so dass die Küche kaum mit Spülen nachkam.




 
Und zum Schluss wurde natürlich auch wieder musiziert und getanzt, wie es sich für ein zünftiges (Oktober-)Fest gehört. Bravo, kann man da nur rufen! Wenn das Zusammenleben der Welt im Großen doch genauso unkompliziert funktionieren würde wie hier auf dem Waldseeplatz in Baden-Baden! Hoffentlich gibt es schon bald eine Wiederholung.



Ach, war da nicht noch was? Richtig! Waldseeplatz = Okras! => KLICK
Aber oh weh! Die Pflanzen machen dem fleißigen Gärtner Malick Kummer. 


Irgendwie scheint es ihnen inzwischen zu kalt geworden zu sein, sie kränkeln jedenfalls vor sich hin. Immerhin hat es für einen zünftigen Eintopf gereicht! 



Und auch Malick hat seinen Schmerz um die Okras gut verdaut, denn er hat mittlerweile einen Job gefunden: In einer Baumpflegefirma, verrät er stolz in astreinem Deutsch! Ja, so können wir das schaffen mit der Integration.