Montag, 14. November 2016

H'eberstein - Miteinander


„Miteinander in Haueneberstein“

Gut gefüllt war kürzlich der Saal im Hermann-Maas-Haus der evangelischen Friedensgemeinde, als man alle ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich in der Flüchtlingshilfe in Haueneberstein engagieren, eingeladen hatte.





Wie die Gruppe mitteilt, begrüßte Jacqueline Olesen, Mitglied der Lenkungsgruppe, zu Beginn die hauptamtliche Sozialarbeiterin für die Flüchtlingsbetreuung in Haueneberstein, Alexandra Schickinger, die ihre vielfältigen Aufgaben vorstellte. Aktuell leben 51 Flüchtlinge in Haueneberstein, weitere sieben sollen in nächster Zeit dazukommen. Untergebracht sind mehrere Familien mit Kindern und alleinerziehende Mütter sowie einige alleinstehende Männer.

Ein großes Dankeschön sprach Frau Schickinger den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus für deren Engagement. Und gegenseitig wurde eine vertrauensvolle, offene Zusammenarbeit zugesichert.

Café Kontakt
Im Anschluss wurde aus den verschiedenen Gruppen berichtet. Das 14-tägige Café Kontakt hat sich ganz rasch etabliert und wird gerne angenommen. Oft reicht der kleine Gemeinschaftsraum gar nicht aus für alle Besucher. Jung und Alt begegnen sich bei Kaffee/Tee und selbstgebackenem Kuchen. Alle genießen das herzliche und harmonische Miteinander bei Spiel und Spaß, kommen ins Gespräch und knüpfen Kontakte. Und bei Bedarf findet sich immer jemand, der übersetzen kann. 
 
Spielgruppe
Ebenfalls 14-tägig findet die Spielgruppe für die Kleinen statt. Zehn bis zwölf Kinder freuen sich regelmäßig über das bunte, abwechslungsreiche Angebot, das von Christina Hass und ihrem Team organisiert wird. Der sich wiederholende Ablauf schafft rasch Vertrautheit und Vertrauen und ganz selbstverständlich spielen, singen und basteln die Kinder miteinander, egal ob sie aus Syrien, Irak, Iran und Türkei oder aus Haueneberstein kommen!

Sprachkurse
Das Interesse der Bewohner an Sprachkursen ist riesig, und die Motivation der Flüchtlinge ist beeindruckend, berichtet Ilka Meyer, eine von zurzeit sechs ehrenamtlichen Sprachlehrerinnen. Angeboten werden aktuell elf Kurse, ausgerichtet auf die unterschiedlich vorhandenen Deutschkenntnisse. Das Team sucht dringend Unterstützung!

Fahrradgruppe
Fast jeder Bewohner hat mittlerweile ein eigenes Fahrrad, ordentlich am Fahrradständer abgestellt und abgeschlossen. Aber Sie kennen das: gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit geht das Licht nicht; oder ein Reifen ist platt, oder die Kette läuft immer ab ... Deshalb wird dringend jemanden gesucht, der die Flüchtlinge unterstützt, die Fahrräder fahrtüchtig und sicher zu halten, jemanden, der „Hilfe zur Selbsthilfe“ gibt. Eine Garage ist vorhanden, Werkzeug kann evtl. gestellt werden und der Hausmeister ist gerne behilflich.

Patenschaften
Ein besonderes Anliegen ist es, die Eltern der Schulkinder in der Betreuung und Versorgung der Kinder zu unterstützen. Für jedes Schulkind hat sich ein „Pate“ gefunden, der den Eltern auf Wunsch mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Begleitung zum Kinderarzt, das Gespräch mit dem Lehrer, die Versorgung mit notwendigen Alltagssachen – da gilt es so manche Hürde zu nehmen und dankbar wird dieses Angebot angenommen!

Neue Projekte - Dem Flüchtling ein Gesicht geben
Im Anschluss gab es einen regen Austausch, zahlreiche Anregungen und Ideen für neue Projekte. Unter anderem wurde ein Begegnungs-Café verabredet für den 17. Dezember, das im Pfarrgemeindesaal St. Bartholomäus stattfinden soll. Nähere Infos hierzu werden rechtzeitig bekanntgegeben. 
 
In allen Berichten wurde immer wieder deutlich, dass die Begegnung mit den Menschen, die vor Krieg und Terror Zuflucht bei uns suchen, Vorurteile und Ängste abbauen. Wer diese Arbeit unterstützen und mitmachen möchten, wende sich bitte an