Samstag, 5. November 2016

Rollfeld 1 - Begehung


Hell, freundlich und viel Platz

Sieht von außen schlimmer aus als es ist – so könnte man die Situation in der neuen Flüchtlingsunterkunft im Rollfeld 1 beschreiben. 110 Menschen sollen hier am Ende untergebracht werden. Am Montag werden die ersten Bewohner einziehen – hauptsächlich aus der Frankenstraße (die zur Anschlussunterbringung umgewandelt wird), Ende des Monats werden auch Bewohner des Vincentiushauses (das im Frühjahr abgerissen werden soll) folgen. 




Im Vorfeld gab es Bedenken seitens der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer vor allem darüber, wie man die über Wochen und Monate eingespielte Betreuung der Schützlinge aufrechterhalten kann, wenn diese Gruppen nun vielleicht aufgrund der Umzüge auseinandergerissen werden. Andere sorgten sich, dass Leute, die bereits Arbeit gefunden haben, nun frühmorgens oder nachts nicht mehr zur Arbeitsstelle am anderen Ende der Stadt hin- oder später wieder zurückkommen können. Und dann ist da ja noch die leidige Frage nach dem unabdingbar wichtigen W-Lan und nach sicheren Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder, die vor den Unterkünften oft über Nacht gestohlen werden. Und überhaupt – der Klotz, der im Rollfeld 1 auf die neuen Bewohner wartet, sieht etwas unwohnlich aus... 


 
Nun, wenigstens mit diesem Eindruck konnten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung aufräumen. Sie luden eine kleine Delegation zur Begehung ein und siehe da – spätestens als die Türen zu den Unterrichts- und Aufenthaltsräumen geöffnet wurden, hellten sich die skeptischen Mienen der Betreuer auf.








Ja! Hier ist Sprachunterricht unter guten Bedingungen möglich. Sogar die Hoffnung auf die Fortsetzung, beziehungsweise Erweiterung der Computerschulung keimte auf. Und dass die Fahrrad-Helfer einen Spind zur Aufbewahrung von Werkzeug erhalten werden, stand auch außer Frage, wenngleich es für eine extra Werkstatt räumlich eng werden könnte.



Platz gibt es also im Innern genug, auch wenn die Zimmergröße sich natürlich wie in den anderen Unterkünften an den gesetzlichen Mindestvorgaben ausrichtet – und das sind sieben Quadratmeter pro Person. Immerhin gibt es neben den Küchen einen kleinen, freundlichen Speiseraum, und die Anordnung der Zimmer rund um die Funktionsräume wird dafür sorgen, dass die Gänge nicht ganz so lang und unwirtlich erscheinen. 




 


Jetzt fehlen noch – ganz dringend! - Fahrradständer und W-Lan. Bei letzterem gab es leider noch unschlüssige Mienen seitens der Verantwortlichen. Aber gerade draußen im Rollfeld sollte das machbar gemacht werden, da waren sich die ehrenamtlich alle einig. Die Alternative wäre ansonsten, dass die Flüchtlinge sich um den Hotspot im Bahnhof versammelt – was allerdings einen schlechten Eindruck in der Öffentlichkeit machen könnte.




Sobald die Bewohner eingezogen sind, soll sich nun ein neuer Freundeskreis Rollfeld 1 formieren. Hierzu wird es demnächst eine erste Versammlung gebe, zu der die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, Katharina Thomas, noch gesondert einladen wird.