Mittwoch, 15. Februar 2017

C.K. Rollfeld 1


Sprachförderung an oberster Stelle


Von Gertrud Esslinger

Vor ein paar Wochen wurde damit begonnen, die neue Flüchtlingsunterkunft im Rollfeld 1 (nahe Grenke-Leasing) zu füllen. Mittlerweile haben zahlreiche Bewohner aus dem alten Vincentiushaus, aus dem Abarin und der Frankenstraße hier ihre neuen Zimmer bezogen, und die Ehrenamtlichen beginnen nun damit, wieder Strukturen in den Alltag zu bringen. 



 
Am Wochenende fand daher zum ersten Mal ein Café Kontakt statt, das hauptsächlich vom bewährten Team der Ehrenamtlichen aus dem alten Vincentiushaus betrieben wurde, das nun endgültig seine Pforten schließt und demnächst abgerissen werden soll. 




Die Ehrenamtlichen hatten Kaffeemaschine, Geschirr und Besteck aus dem alten Vincentiushaus und dem Abarin umgezogen.




Außerdem wurde beschlossen, nicht nur wie früher zu Kaffee und Kuchen und gemeinsamen Gesprächen einzuladen, sondern den Treffen, die nun monatlich stattfinden sollen, ein Motto zu geben. Schwerpunkt-Thema an diesem Tag: die Sprachkurse. 

 

In den letzten Wochen wurden Fragebögen mit den Flüchtlingen, die ja aus unterschiedlichen Unterkünften in Baden-Baden kommen, ausgefüllt. Diese Informationen wurden ausgewertet und nun die folgenden Kurse vorgestellt:

Kurse für Analphabeten
Kurse für Fortgeschrittene
Vorbereitungskurse B1
Kultur-Kurs mit dem Thema: „Den Alltag in Deutschland meistern“
Kurse für Kinder und Mütter mit Babys.

Das Echo auf dieses Kursangebot war verhalten. Die Ehrenamtlichen hatten ca. 50 Fragebögen eingesammelt, zum Café Kontakt kamen kamen ungefähr 40 Personen, die nicht alle großes Interesse an einem Sprachkurs zeigten. Andererseits gab es mehrere motivierte Flüchtlinge, die sich sehr um die Fortsetzung der Kurse bemühten, die bereits im Vincentiushaus, im Abarin und in der Frankenstraße abgehalten worden waren. So konnten für die oben genannten Kurse ausreichend Interessenten gefunden werden, die von elf ehrenamtlichen Lehrkräften betreut werden.

Es bestehen aber auch viele persönliche Kontakte mit Sprachförderung zwischen Ehrenamtlichen und Flüchtlingen. Diese Kontakte werden nicht von irgendeiner Koordination erfasst und es besteht auch keine Absicht, alles was das Erlernen der deutschen Sprache betrifft, zentral regeln zu wollen. Im Gegenteil - eine erfolgreiche Integration ist besser über persönliche Beziehungen als über „Klassenunterricht“ zu erreichen.

Die Rolle der Ehrenamtlichen beim Sprachunterricht hat sich im letzten Jahr geändert. Während anfangs der Schwerpunkt auf einem schulähnlichen Sprachunterricht lag, um den neu angekommenen Flüchtlingen erste Möglichkeiten zu eröffnen, sich einigermaßen zu verständigen, wird nun diese Aufgabe von den professionellen Fachkräften der VHS übernommen.

Inzwischen konzentriert sich die Sprachförderung durch die Ehrenamtlichen auf die individuelle Unterstützung für die anstehenden VHS-Prüfungen. Dazu kommen noch die Personen, die aus den unterschiedlichsten Gründen keinen VHS-Kurs belegen können und wenigstens eine Basisförderung bzw. Einzelunterricht erhalten sollten. Dieser letzte Punkt gilt besonders für Analphabeten und darauf richten wir unser Augenmerk. 


 

Im Rollfeld gibt es zwei Räume, die für Unterricht zur Verfügung stehen. Der Gemeinschaftsraum, wo das Café Kontakt stattfindet – zwischen zwei Küchen – ist nicht sehr groß und die Akustik lässt zu wünschen übrig, denn es wird sehr laut, wenn es voll ist... Zukünftig soll das Café Kontakt im Rollfeld ein Mal im Monat stattfinden.