Mittwoch, 12. April 2017

Kopten


Vortrag mit erschreckender Aktualität

Leider hat der nächste Termin des „Café International plus“ durch die Anschläge in Ägypten vom letzten Sonntag eine erschreckende Aktualität bekommen. Wer Hintergründe und Situation der großen koptischen Minderheit in Ägypten näher kennenlernen will, ist herzlich
am Freitag, 19. Mai 2017, um 19.30 Uhr 
(Bonhoeffersaal, Bertholdstr. 6a) eingeladen.

Referent Prof. Dr. Fouad Ibrahim spricht zum Thema “Christen am Nil - die Kopten in Ägypten”
Prof. Dr. Fouad Ibrahim ist selbst Kopte, bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Sozialgeographie an der Universität in Bayreuth. Er ist ein ausgewiesener Fachmann für koptisches Christentum in Geschichte und Gegenwart. Zusammen mit seiner Frau Barbara hat er ein dreibändiges Werk über die Kopten verfasst.
Zum Thema: Die Kopten sind die Nachfahren der Alten Ägypter, sie gehören zu den ältesten christlichen Kirchen und hatten bis zum Arabersturm ein reichhaltiges christlich kulturelles Leben. Die Anfänge des Gesprächs des christlichen Glaubens mit der griechischen Philosophie liegen in Alexandrien (Clemens von Alexandrien + um 215) und führten zur ersten Blüte der christlichen Theologie. Mitte des 5. Jahrhunderts ging die koptische Kirrche ihren eigenen Weg und trennte sich von der Reichskirche, repräsentiert durch Byzanz und Rom (Chalcedon 451). Der Arabersturm im 7. Jahrhundert bildete einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Kirche. Heute sind die Kopten die größte christliche Kirche im muslimischen Bereich (geschätzt zwischen 5 und 8 Millionen). Obwohl laut ägyptischer Verfassung den Christen freie Religionsausübung garantiert ist, kommt es immer wieder zu schweren Übergriffen extremistischer Kräfte mit Verletzten, Toten und zerstörten Kirchen. Aktuell versucht der IS die Christen von der Sinaihalbinsel zu vertreiben. Prof. Ibrahim wird ausgehend von der Geschichte der koptischen Kirche besonders über die gegenwärtige Lage der Christen am Nil berichten.