Freitag, 15. September 2017

EA-Treffen


Ehrenamtstreffen helfen in schweren Zeiten

Schwierige Zeiten für die Flüchtlingshelfer in Baden-Baden: Viele Flüchtlinge sind in andere Unterkünfte verlegt worden, Einrichtungen wurden geschlossen – und die Flüchtlinge wurden umverteilt; immer mehr Flüchtlinge sind inzwischen anerkannt und leben nun in Anschlussunterbringungen oder sind sogar in eigene kleine Wohnungen gezogen. All diese Faktoren haben auch die Arbeit und die Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer verändert. Viele Helfer folgten ihren Schützlingen in die neuen Unterkünfte, dort bereits bestehende Helferkreise wurde dadurch aufgebrochen und neu vermischt. 

  

 
Immer mehr Helfer wandten sich daher in letzter Zeit an die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt, Katharina Thomas, und regten ein Treffen an, bei dem man sich unterkunfts-übergreifend begegnen und austauschen kann. Nach Rücksprache mit Vertretern des ehrenamtlichen Netzwerks Asyl und der Caritas war für Katharina Thomas schnell klar, wie wichtig ein solches Treffen ist. Diese Woche nun fand ein Auftakttreffen im Scherer-Familienzentrum statt, und mehr als 30 Helfer aus zahlreichen Unterkünften, aber auch einige „Einzelkämpfer“, folgten der Einladung.




Grundidee war eine Art „Café Kontakt“ für Ehrenamtliche, erläuterte die Gastgeberin, deshalb werde es zu den Treffen auch immer etwas zu essen und zu trinken geben, und ganz gewiss soll es auch eine Weihnachtsfeier geben. Die Treffen sollten regelmäßig stattfinden, vielleicht alle sechs Wochen, und ungefähr zwei Stunden dauern.
Oberstes Ziel soll die Vernetzung der Ehrenamtlichen untereinander sein, aber es soll auch stets einen Informationsblock geben. Welche Informationen die ehrenamtlichen am dringendsten brauchen, wurde im Laufe des ersten Abends lebhaft diskutiert.




Eine Art Schwarzes Brett/Börse („Was wird gebraucht, was möchte jemand anbieten?“) fand den Weg ebenso auf die Liste wie Themen über gelungene Integration („Was lief warum gut? Was lief warum schlecht?“), Zeugnisanerkennung und Ausbildungsförderung, der Wunsch nach professioneller Rechtsberatung im Bereich Familien- und Strafrecht, Wege einer besseren Kommunikation, die Suche nach schnell verfügbaren ehrenamtlichen Dolmetschern (vor allem Farsi), das Thema Sauberkeit und Ordnung und auch die Nachfrage nach mehr kulturellen Hintergründen und nach einer Supervision für Ehrenamtliche standen im Mittelpunkt. Diskutiert wurde auch, ob und wie man eventuell eine Art Spezialistenpool aufbauen könnte – nach dem Beispiel Fahrräder und Sprache, für die es bereits jeweils einen Ansprechpartner gibt, der/die alle Anfragen unterkunftsübergreifend koordiniert.

All diese Punkte wurden gesammelt, anschließend konnten die Ehrenamtlichen mit Hilfe von Klebepunkten die Priorität der Themen bestimmen, ebenso konnten sie angeben, an welchem Wochentag die Treffen am besten stattfinden sollten.




Der Abend klang mit lebhaften Gesprächen aus, ganz so wie die Organisatorin es sich gewünscht hatte. 
Der Termin für das nächste Treffen wird rechtzeitig bekanntgegeben, hier auf diesem Blog und auch per Rundmail. Katharina Thomas nimmt gerne weitere Interessenten in ihren Verteiler auf, schreiben Sie ihr!