Montag, 26. November 2018

50 Prozent arbeiten


Die Hälfte der Flüchtlinge arbeitet
Aber es gibt auch große Probleme...

Einen Überblick über die Situation der Flüchtlinge in Baden-Baden gab Leiter des Fachgebiets soziale Leistungen, Peter Weingärtner, heute Abend während der Gemeinderatssitzung im Rathaus. Demnach haben derzeit – wenn man Kinder und junge Mütter abzieht - sage und schreibe die Hälfte der Flüchtlinge bereits eine Arbeit. Und von den anderen befinden sich viele derzeit in Sprachkursen. 

Problematisch ist allerdings die Lage vor allem der Asylbewerber vornehmlich aus den afrikanischen Ländern. Sie erhalten derzeit vermehrt Ablehnungen ihres Asylantrages und dürfen – sofern sie keinen gültigen Pass vorzeigen können – ab dem Tag, an dem sie den Bescheid erhalten, nicht mehr arbeiten.

Das betraf allein in den Monaten Oktober und November 25 Personen. Dies sei ein großes Problem für die Leute, sagte Weingärtner mitfühlend, denn sie fielen regelrecht in ein Loch. Sie hätten, obwohl sie ja gearbeitet haben, keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und müssten zurück in den Bezug von Asylbewerberleistungen (derzeit ca. 320 Euro). Auch könnten sie ab dem Zeitpunkt des Verlust ihrer Arbeit eventuell auch ihre Mietwohnungen nicht mehr finanzieren und müssten zurück in die Massenunterkünfte. „Diese Situation hilft keinem“, stellte Weingärtner fest. Und Oberbürgermeisterin Margret Mergen pflichtet ihm bei: „Hier ist beim Bund Korrekturbedarf gegeben“, mahnte sie. 
 
Insgesamt lebten Mitte November in Baden-Baden 875 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften. Diese Zahl sei seit zwei Jahren weitgehend stabil, hieß es. Monatlich kämen ca. fünf Personen neu hinzu.

Von den 875 Flüchtlingen seien 602 Männer und 273 Frauen, stark ansteigend sei die Zahl der Neugeborenen und kleinen Kinder bis zwei Jahre: 86 zählt man im Augenblick, das macht einen Anteil von 22 Prozent aus.

Die größte Gruppe der Flüchtlinge kam aus Syrien, gefolgt von Gambia, Nigeria und Kamerun. Die Menschen aus Syrien, dem Iran, dem Irak, Eritrea und Somalia hätten eine große Bleibeperspektive.

368 Personen befinden sich derzeit noch im laufenden Verfahren und haben daher eine Aufenthaltsgestattung, 400 haben eine Aufenthaltserlaubnis (sind anerkannt) und 107 eine Duldung.

250 Menschen beziehen Geld aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, 400 haben Anspruch auf Hartz IV und 245 haben Arbeit.

Die städtischen Unterkünfte haben derzeit eine Auslastung von 90 Prozent. Außerdem leben 33 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Baden-Baden, die, bis sie 21 sind, über das Jugendamt vom Staat gefördert und sozial betreut werden.