Donnerstag, 22. November 2018

Bürgerkonferenz


Wie wollen wir künftig miteinander leben?
Großer Bürgerworkshop für alle Nationen

Mehr als 120 Nationen wohnen in Baden-Baden. Ende 2016 waren  laut statistischem Landesamt 17,8 Prozent der Bevölkerung Ausländer, Tendenz steigend. Auch die Geflohenen, die vor drei Jahren in die Kurstadt kamen, werden vermutlich zum großen Teil bleiben. Da ist die Frage naheliegend, wie so viele kulturelle Nationen auch in der Zukunft gut miteinander leben können. Hierzu sollen sich interessierte Bürger – aller Nationen – am Samstag, 1. Dezember, Gedanken machen.

Integration braucht Zeit, einen Plan und das Engagement der Einwohnerinnen und Einwohner. Unser Zusammenleben soll von Respekt, gegenseitigem Vertrauen, von Zusammengehörigkeitsgefühl und gemeinsamer Verantwortung geprägt sein, heißt es in einer Presseerklärung der Stadt.

Unter dem Motto „Engagiert zusammenleben in Baden-Baden“ lädt Oberbürgermeisterin Margret Mergen dann von 14 bis 19 Uhr zu der „Bürgerkonferenz“ in die Aula der Realschule ein.




Das Teilnehmerfeld der Bürgerkonferenz soll die Zusammensetzung der Bevölkerung möglichst repräsentativ abbilden. Aus diesem Grund erhalten neben einigen geladenen Gästen 240 Personen, die durch eine automatisierte Abfrage der Einwohnermeldebehörde ermittelt wurden, eine postalische Einladung der Oberbürgermeisterin. Darüber hinaus können und sollen sich möglichst viele interessierte Bürger zur Konferenz anmelden.

Die Anmeldung ist ab sofort bei der städtischen Integrationsbeauftragten, Hanna Panther, unter
Tel.: 07221 93-14 77 8 möglich.

Die Bürgerkonferenz ist Teil des kommunalen Entwicklungsprozesses „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ und wird von zwei Moderatoren der Führungsakademie Baden-Württemberg geleitet. Für Getränke und einen Imbiss ist gesorgt.





Als eine von 23 Kommunen landesweit wurde Baden-Baden in das Programm „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“  aufgenommen. Das Projekt wird im Rahmen des „Pakts für Integration“ vom Landesministerium für Soziales und Integration mit 40.000 Euro finanziert.

Ziel ist eine ganzheitliche Integrationsstrategie, die von allen Bevölkerungsgruppen, einschließlich Flüchtlingen und Migranten, von Politik und Verwaltung gemeinsam erarbeitet wird. Begleitet wird die Stadt Baden-Baden dabei von der Führungsakademie Baden-Württemberg. In diesem Rahmen finden in nächster Zeit verschiedene Veranstaltungen statt.



Bereits im Oktober hatte eine Gruppe von 25 jüngeren und älteren Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund, begleitet von zwei Moderatorinnen der Führungsakademie Baden-Württemberg, relevante Themen aus dem Bereich der Integration identifiziert.
Die Gruppe formulierte zunächst Leitsätze für ein gelingendes Miteinander verschiedener Bevölkerungsgruppen in Baden-Baden. Im Anschluss definierten die Beteiligten, darunter Vertreter von Verwaltung und Gemeinderat sowie zahlreiche ehrenamtlich Engagierte, relevante Themen aus dem Bereich Integration.

Darauf aufbauend sind nun alle Interessierten eingeladen, Vorstellungen und Wünsche einzubringen und sich für ihre Umsetzung zu engagieren. Die gesammelten Projektideen werden bei einer Bürgerkonferenz am 1. Dezember mit allen interessierten Einwohnern diskutiert und weiterentwickelt. 

 

Nach organisatorischer und inhaltlicher Einführung werden die Moderatoren zunächst die Ergebnisse aus der ersten Vorbereitungssitzung präsentieren, dann werden sich die Teilnehmenden in Kleingruppen mit diesen auseinandersetzen (Vertiefung, Ergänzung, usw.)




In einem zweiten Teil geht es um die Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftsbildes für Baden-Baden; abschließend werden alle eingeladen, sich für die Arbeit an den verschiedenen Handlungsfeldern in Arbeitsgruppen einzutragen.

Wichtig ist der Integrationsbeauftragten noch darauf hinzuweisen, dass diese Veranstaltung über den engeren Bereich der Flüchtlingshilfe hinausweist: Es gehe um die grundsätzliche Frage, wie wir zusammenleben wollen, betont sie.