Begrüßung


Die Begrüßungsgruppe


Wer die neu ankommenden Flüchtlinge auf ihren ersten Schritten in die Realität in Baden-Baden begleiten möchte, kann sich hier grundsätzlich über Art und Umfang dieser sehr lohnenden Aufgabe informieren. Den Zeitaufwand legen Sie selber fest, in der Regel sprechen sich die Helfer spontan ab. Denn:

Wer sich in der Begrüßungsgruppe eines Standortes engagieren möchte, muss vor allem eines sein: zeitlich flexibel.

Oft weiß selbst die Verwaltung nicht, wann genau wie viele Neuankömmlinge nach Baden-Baden geschickt werden. Die Flüchtlinge werden nach einem festgelegten Schlüssel auf die Gemeinden verteilt. Sie kommen mit Bussen aus den Erstaufnahmelagern, haben also bereits eine medizinische Untersuchung durchlaufen und wurden auch mit den allernötigsten Kleidungsstücken versorgt.

Meist gibt der Sozialarbeiter der Unterkunft, in der die Asylbewerber untergebracht werden sollen, den Ehrenamtlichen Bescheid, wann mit neuen Bewohnern gerechnet wird.

Wenn bereits ein Kreis von Helfern existiert, informieren diese sich per Rundmail oder Telefon untereinander und stimmen ab, wer wann Zeit hat.





Erster Schritt: Willkommen


Wenn die Flüchtlinge mit dem Bus ihre Gemeinschaftsunterkunft in Baden-Baden erreichen, werden sie zunächst vom zuständigen Sozialarbeiter/in und Hausmeister in Empfang genommen und auf die Zimmer verteilt. Schön ist es, wenn sie schon in dieser Phase eine kleine Willkommensgeste erfahren, sei es eine Tasse Tee oder ein kleines Blümchen, ein kleines Willkommensschild oder einfach nur ein herzliches Lächeln. In dieser Phase wird ihnen auch der Refugee-Guide => KLICK überreicht, mit dem sie sich über die Sitten und Gebräuche in Deutschland orientieren können. (Hier geht es zum Bericht über Druck und Verteilung dieses Guides in Baden-Baden=> KLICK)


 
Sie müssen nun erst einmal „ankommen“, zur Ruhe kommen. Im Begrüßungsset der Verwaltung (das auf dem Bild nur wie ein großes Kissen aussieht) sind Bettzeug, Kochutensilien, Geschirr und Gläser jeweils für eine Person enthalten.





Zweiter Schritt: Biometrische Fotos


Ein paar Tage später bringen die Helfer die Flüchtlinge in ihren Privatautos zu den zwei Foto-Automaten, die es in der Stadt Baden-Baden gibt, denn sie brauchen als erstes biometrische Passbilder.

Die Fotostationen in Baden-Baden:
  • Kaufland – sehr ungünstig mitten im Eingangsbereich gelegen, 4 Foto für 5 Euro
  • Eingangsbereich der Shopping-Cité

(Anmerkung: Schön wäre es, gäbe es einen solchen Automaten in der Nähe des Behördenzentrums in der Briegelackerstraße. Vielleicht mal eine Geschäftsidee?)



Die Anmeldung


Es ist zeitlich zweckmäßig, die Flüchtlinge zur Anmeldung beim Einwohnermeldeamt zu begleiten und mit ihnen gleich anschließend zur Ausländerbehörde zu gehen. Beide Ämter liegen in einem Gebäude. Aufgrund der verkürzten Öffnungszeiten ist dies nur am Mittwoch zwischen 8 und 11 Uhr möglich. (Wer bis 11 Uhr eine Nummer gezogen hat, wird noch abgefertigt.)

Adresse/Ansprechpartner:

Briegelackerstraße 21, Baden-Baden





Da nur eine kurze Zeitspanne am Vormittag zur Verfügung steht, heißt es: früh aufstehen. Spätestens um 8 Uhr sollten sich Ehrenamtliche und Flüchtlinge vor der Unterkunft treffen. Bitte haben Sie Geduld, nicht alle sind schon in der deutschen Pünktlichkeit angekommen. Zur Not an der Zimmertür klopfen.

Namen und Zimmernummern erhalten Sie vom Sozialarbeiter.




Bitte achten Sie darauf, dass die Leute ihre „Papiere“ aus der Erstaufnahme dabei haben. 
 

Dritter Schritt: Einwohnermeldeamt


Als erstes lernen die Flüchtlinge hier: Wartenummer ziehen!



Die Anmeldung selbst geht relativ unkompliziert vonstatten, da die Daten bereits im Computer abrufbar sind. Dolmetscherkenntnisse sind in der Regel nicht nötig, die Neubürger bekommen ihre Anmeldung zugeschoben und müssen sie unterschreiben, Stempel, fertig.

Mit ihrem Anmeldezettel erhalten sie ein deutschsprachiges Begrüßungspaket, das Folgendes beinhaltet:

  • Einen 5-Euro-Gutschein für eine Veranstaltung bei der Volkshochschule. Sollte aufgehoben werden.
  • Einen Gutschein für ein halbes Jahr kostenlose Nutzung der Stadtbibliothek. Das ist sehr nützlich, weil man hier englischsprachige Medien ausleihen, jeden Tag eine halbe Stunde kostenlos das Internet nutzen kann und freies W-Lan im Haus zur Verfügung hat.
  • Eine namentlich auf sie ausgestellte Busfahrkarte, die (Achtung: erst nach dem Abstempeln) eine Woche gültig ist. Bitte weisen Sie die Leute darauf hin, dass dies eine sehr wertvolle Karte ist und dass sie sich genau überlegen sollten, wann sie sie abstempeln. Zum Beispiel, wenn sie im Zuge ihrer Asylanhörung nach Karlsruhe zum Regierungspräsidium reisen müssen. In dem Zusammenhang bereits darauf hinweisen, dass Schwarzfahren in Bussen nicht erlaubt ist.

Mit der Busfahrkarte erhalten die Flüchtlinge einen Streckenfahrplan, mit dem sie allerdings gar nichts anfangen können. Es gibt leider keinen Stadtplan für sie. Kommen sie in der Stadtmitte unter, reicht es, wenn man ihnen das kleine kostenlose Veranstaltungsprogramm „Baden-Baden aktuell“ aushändigt. Hier ist in der Mitte ein Stadtplan eingeheftet.




Für die Mehrzahl der Flüchtlinge, die demnächst im Industriegebiet Oos West unterkommen werden, ist dies nicht hilfreich, weil das Gebiet nicht von diesem kleinen Stadtplan erfasst wird. Die Ehrenamtlichen überlegen im Augenblick, ob sie in Eigenregie einen Stadtplan erstellen, in dem alle Unterkünfte und alle für Asylbewerber wichtigen Anlaufstellen markiert sind. Wer daran mitarbeiten möchte, melde sich bitte! Entweder über das Kontaktformular am linken Seitenrand oder über Mail bei Rita Hampp: hampprita@gmx.de


Vierter Schritt: Ausländeramt


Das Ausländeramt liegt im selben Gebäude, im ersten Stock. Es kann sein, dass man sich hier auf längere Wartezeit einrichten muss, zwei Stunden sind keine Seltenheit.



Manchmal geht es auch schneller, wenn nur die Adresse auf der Aufenthaltsgestattung geändert werden muss: Statt der Anschrift der Landeserstaufnahmestelle kommt nun die künftige Wohnadresse – die Unterkunft in Baden-Baden – ins Dokument. Das Ausweisdokument ist übrigens nur drei Monate gültig, danach muss es im regelmäßigen Turnus alle drei Monate erneuert werden – was immer wieder neue Behördengänge bedeutet. In der Regel finden die Asylbewerber dann ihren Weg alleine, es ist wichtig, sie darauf hinzuweisen, dass sie auf die Fristen achten müssen.

Sind nun alle in der Ausländerbehörde registriert, geht es zurück in die Unterkunft, wo bereits Kaffee und/oder Tee gekocht wurde und man sich ein wenig entspannen kann. Wenn die Verständigung gut klappt, werden erste Hinweise auf das praktische Leben in Deutschland gegeben.


Begrüßungsbriefe
 
Da im Augenblick vermehrt Menschen ankommen, die anfangs weder Englisch noch Französisch – geschweige denn Deutsch – verstehen, sollen ihnen demnächst - möglichst auch ins Arabisch übersetzte - Begrüßungsbriefe ausgehändigt werden.

Diese Briefe sollen ihnen einen Überblick über das Leben in Baden-Baden geben – über Geschichte und Sehenswürdigkeiten, über Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Nähe, kulturelle Angebote, aber auch über Aktivitäten und Angebote der verschiedenen Helfergruppen vor Ort.

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Asyl sind Begrüßungsbriefe in vier Sprachen entwickelt worden, die Sie den Neuankömmlingen überreichen können. Sie erhalten diese Briefe entweder bei den ehrenamtlichen Ansprechpartnern der einzelnen Unterkünfte, oder zentral bei Rita Hampp, Mail: hampprita@gmx.de und natürlich auch über das Kontaktformular am linken Rand,

oder hier direkt zum Ansehen und Herunterladen und Ausdrucken:

deutsch => KLICK

englisch => KLICK

französisch => KLICK
 

arabisch => KLICK


Bitte weisen Sie den Flüchtlinge auch auf die Seite "For refugees" auf diesem Blog hin. Die Seite wird in den kommenden Wochen und Monaten weiter ausgebaut =>  KLICK


Mitarbeit

Wer Lust bekommen hat, in einer Begrüßungsgruppe mitzuarbeiten (Arbeitsaufwand frei verfügbar, unregelmäßig an einem Samstagvormittag für die Fotos, und/oder an einem Mittwochvormittag Begleitung zu den Ämtern), der möge sich bitte bei den Ansprechpartnern der einzelnen Unterkünfte melden => KLICK
Es ist eine sehr dankbare und lohnende Aufgabe, die Neuankömmlinge freundlich aufzunehmen und ihnen die ersten Schritte in unserer schönen Stadt und durch den für sie verwirrenden Ämterdschungel zu zeigen!

Auch über das Kontaktformular auf der linken Spalte dieser Seite werden Sie weitervermittelt.

Sie können, wenn Sie sofort mitmachen möchten, aber noch nicht genau wissen, wo und wie, auch sehr gerne direkt zu einem Café Kontakt kommen und sich bei den anwesenden Ehrenamtlichen unverbindlich informieren. 
Das Café Kontakt am Waldseeplatz findet jeden Samstag ab 16 Uhr statt und ist für alle Interessierten offen. Informationen über den Waldseeplatz finden sie hier => KLICK
Das Café Kontakt im alten Vincentiushaus findet alle 14 Tage samstags zwischen 15 und 17 Uhr statt. Bitte klicken Sie auf die Terminseite. Ansprechpartner und weitere Informationen finden Sie hier => KLICK

Jede helfende Hand ist willkommen! 

Einen Stimmungsbericht vom Januar 2015 über die Arbeit der ersten Begrüßungsgruppe im Standort der Westlichen Industriestraße können Sie hier nachlesen => KLICK

Bitte machen Sie Neuankömmlinge auch auf die sehr hilfreiche App zum Ankommen aufmerksam. Nach dem download ist sie auch ohne Internet zu benutzen. => KLICK