Freitag, 18. März 2016

Blumen


Danke für die Blumen!





An manchen Tagen bin ich ganz besonders stolz auf Baden-Baden! 

Natürlich gibt es auch in unserer Stadt Bürger, die den Flüchtlingen verhalten gegenüberstehen, auch, weil sie noch nie oder nur selten Kontakt mit ihnen hatten. Aber sie packen das Thema und die damit verbundenen diffusen Ängste auch tatkräftig an. „Wir diskutieren über Dinge, die wir nicht kennen; wir sollten uns besser informieren!“, dachte sich kürzlich eine resolute Baden-Badenerin, deren Namen ich hier nicht nennen möchte.

Also lud sie kurzerhand ein Dutzend ihrer Freundinnen zu einer privaten Kaffeestunde bei sich zuhause ein und bat mich, dazuzukommen und über die Flüchtlingssituation in Baden-Baden zu reden. Es wurde ein konstruktives, lebendiges Gespräch, in dem viele Vorurteile ausgeräumt werden konnten, auch dank meiner zwei Begleiter aus Gambia und aus Syrien!
 
Der Nachmittag hat gezeigt, wie wichtig es ist, noch viel, viel mehr Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, um Hemmungen abzubauen. Es gibt zwar Treffpunkte in der Stadt, an denen man ganz einfach und unkompliziert erste, unverbindliche Kontakte knüpfen kann, aber auch da ist zuerst eine Hemmschwelle zu überwinden: Man muss sich aufraffen und hingehen.

Eine entspannte Unterhaltung im privaten Umfeld kann als Türöffner wirken. Viele Ehrenamtliche helfen ja schon lange mit, wenn sie in ihrem Bekanntenkreis unermüdlich von ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen erzählen und zögerliche Zuhörer ermuntern, auf die Asylbewerber zuzugehen und sie kennenzulernen. Auch die Begegnungsmöglichkeiten in den Unterkünften, im Café international, in Vereinen, Kirchen und auch auf der Straße bieten sich hierfür an.

Aber ich habe gestern auch verstanden, dass es noch eine weitere, geschützte Ebene der Begegnung geben sollte. Diese kleine Kaffeerunde war das Beste, was man in Sachen Integration tun kann: Ein kleiner Schritt mit vielen Aha-Erlebnissen in lockerer Runde, in der jede Frage gestellt werden durfte - ein großer Schritt in Richtung Verständnis und Toleranz.

Insofern gebe ich die Blumen, die mir die Gastgeberin heute unverhofft als Dankeschön geschickt hat, gern an alle Beteiligten zurück!

Ich könnte mir übrigens vorstellen, ab und zu für ähnliche Gesprächsrunden zur Verfügung zu stehen. Auch ohne Blumen. Melden Sie sich einfach.

Termine für die nächsten Veranstaltungen und geselligen Treffpunkte mit Asylbewerbern finden Sie hier => KLICK