Mittwoch, 23. März 2016

Zahlen - März 2016


"Integration ist ein langer Weg"

Über 1000 Flüchtlinge leben derzeit in Baden-Baden. Diese Zahl nannte Bürgermeister Michael Geggus zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Montag. Noch Ende Februar hatte man 911 Asylbewerber gezählt, sagte er und erläuterte, dass dies zehn Personen weniger als geplant gewesen seien. Die Zuweisungen der Landeserstaufnahmestellen an die Gemeinden seien zurzeit zwar rückläufig, ein stabiler Trend sei allerdings nicht erkennbar. Wenn das Wetter im Frühjahr besser werde, rechne man wieder verstärkt mit Flüchtlingen über das Mittelmeer. 



Im Februar seien lediglich 43 Personen nach Baden-Baden zugewiesen worden, im März kamen bis jetzt allerdings schon wieder 90. Das ist eine gewisse Entspannung gegenüber den Vormonaten, in denen man von bis zu 30 Neuzugängen pro Woche ausging. So gesehen wird die Kapazität auf dem Waldseeplatz, der auf 312 Bewohner ausgerichtet ist, vermutlich bis Mai reichen. Ab dann sollen die Unterkünfte im Rollfeld (165), Am Baubetriebshof (150) und im Heitzenacker (1. Abschnitt mit vorläufig 220 Plätzen) beziehbar sein.

Gleichwohl will man Überkapazitäten vermeiden; deshalb werden weitere Gemeinschaftsunterkünfte im Augenblick nur verzögert realisiert. Möglich sind später noch 180 Plätze im zweiten Bauabschnitt Heitzenacker, 100 Plätze im Kolbenacker und 150 Plätze in der Hüfenau.

Auch bei der Anschlussunterbringung für Asylbewerber, die bereits seit mehr als eineinhalb jahren in Deutschland sind und über deren Asylantrag noch nicht entschieden ist, sei man auf einem guten Weg, hieß es. Für die Gebäude am Aumattstadion läge bereit eine Zuschussbewiligung vor. Spätestens nach zehn Jahren können die Gebäude, die ferner auch - meist als Reihenhäuser - in Oberbeuern, Geroldsau, Steinbach und Sandweier geplant seien, in kostengünstigen allgemeinen Wohnraum umgewandelt werden. 

Von 911 Flüchtlingen, die man Ende Februar an der Oos zählte, hatten übrigens bereits 36 eine Arbeit und fielen somit aus dem Leistungsbezug heraus.

Unter den Geflüchteten befanden sich auch 133 Schüler und Jugendliche. 111 von ihnen besuchen spezielle Vorbereitungsklassen, die meisten von ihnen, nämlich 76, gehen in die Louis-Lepoix-Schule. Sieben Kinder wurden in Kitas betreut, und drei Kinder waren bei Tagesmüttern. 35 der Jugendlichen waren übrigens "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge", die sich ganz alleine auf die Flucht gemacht hatten. Sie sind unter Obhut des Jugendamtes dezentral in mehreren Standorten untergebracht.

Die meisten der Geflüchteten in Baden-Baden, nämlich 183 Personen, kommen derzeit aus Syrien, gefolgt von 163 aus Gambia, 97 aus Nigeria, 94 aus Kamerun, 84 aus dem Irak, 45 aus Eritrea, 36 aus dem Iran, 28 aus Togo, und jeweils 25 aus China und Somalia.

Geggus versprach, künftig einmal im Monat, nämlich jeweils zu Beginn der Gemeinderatssitzung, über die aktuelle Entwicklung Auskunft zu geben. In diesem Zusammenhang gab es auch wieder einmal sowohl seitens der Verwaltung als auch seitens aller Gemeinderäte großes Lob für alle Ehrenamtlichen: Ohne sie sei die Integrationsarbeit der Flüchtlinge nicht zu schaffen, betonte man. Integration sei keine Sache von einem Monat, bekräftigte auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen ausdrücklich. Sie ermunterte alle Freiwilligen, weiterhin mitzuhelfen. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns“, sagte sie.


Mehr über die Situation in den einzelnen Unterkünften finden Sie hier => KLICK