Sonntag, 5. Juni 2016

VH - OB-Besuch

Zeit zum Schlemmen, Zeit zum Büffeln...
  
Das alte Vincentiushaus in der Stephanienstraße ist und bleibt das vorbildliche Aushängeschild aller Asylunterkünfte der Stadt. Dafür sprechen viele Gründe, unter anderem sicherlich auch, dass ein großer Gemeinschaftsraum viele Aktivitäten ermöglicht und die Lage mitten in der Stadt vielen Ehrenamtlichen kurze Wege ermöglicht. Hier ist immer etwas los.




So war es auch nicht verwunderlich, dass gestern hoher Überraschungsbesuch erwartet wurde – allerdings: Soo überraschend ist es nicht, wenn die Oberbürgermeisterin zwar informell aber eben doch angemeldet vorbeikommt, um sich ein Bild von der guten Stimmung der Ehrenamtlichen und der Flüchtlinge zu machen. 


 

Und so gab es nicht nur viel zu informieren, zu schauen und zu loben, sondern auch gut zu essen - vor allem dank Gertrud Esslinger (hier im Bild mit OB Margret Mergen), die für das 14tägige Café Kontakt der Unterkunft verantwortlich ist und diesmal zusätzlich noch die künstlerische Leitung übernommen hatte und die Sorge für das leibliche Wohl in allerbeste Hände abgegeben hatte. 
 



Denn das Vincentiushaus beherbergt zur Zeit nicht nur einen professionellen Koch aus Kamerun und seinen syrischen Kollegen  Muhanad Khalil, sondern auch einen waschechten „Pizzabäcker“ aus Damaskus: Mohammad-Ali Al Mahtar hatte diesmal mit vielen syrischen Freunden zusammen die Ausgestaltung des „Überraschungsbüffets“ übernommen, und man konnte sich gar nicht sattsehen an den vielen Köstlichkeiten, die die Truppe auf den Tisch zauberte. Geruch und Geschmack kann man leider nicht auf Fotos bannen, aber ich denke, die Bilder sprechen für sich... 


 

Mohamed, der schon recht gut Deutsch versteht, sucht übrigens einen Job, den er neben seinem Sprachkurs ausüben kann... Das müsste doch zu machen sein, oder? Sein Lebenslauf machte jedenfalls schon mal die Runde, und Offizielle und Ehrenamtliche hat nun der Ehrgeiz gepackt, diesen talentierten und freundlichen Herrn in Brot und Lohn zu bringen!




Oberbürgermeisterin Margret Mergen sparte nicht an Lob für die vielen Flüchtlingshelfer, die sich von Anfang an im alten Vincentiushaus engagiert hatten, „und deshalb läuft es hier auch wunderbar“, freute sie sich.


von links: Marianne Jaeger-Booth, Peter Sperlich, Gertrud Esslinger


Es gibt hier aber nicht nur viel zu feiern, sondern es wird auch hart gearbeitet. Zehn ehrenamtliche Lehrer bieten jeweils mindestens eine Doppelstunde pro Woche an, um die Asylbewerber entweder an die deutsche Sprache heranzuführen, damit sie für einen VHS-Kurs fit werden, oder sie unterstützen die Flüchtlinge, die bereits in offiziellen Deutschkursen untergekommen sind, das dort Gelernte zu festigen und zu verbessern.



Selbst samstags geschieht dies, wie der Sprachkurs-Koordinator des Vincentiushauses, Peter Sperlich, der Oberbürgermeisterin stolz vorführte: Während nämlich unten im großen Aufenthaltsraum geschmaust wurde, büffelte oben im Unterrichtsraum eine Kleingruppe, die sich um Helga Spriestersbach gebildet hat. Jeden Samstag kümmert sich die Ehrenamtliche vier Stunden lang um die sprachlichen Fortschritte ihrer kleinen Klasse, die aus vier höchst motivierten syrischen Akademikern besteht. Mit bestem Erfolg übrigens! Diesmal stand das „Passiv“ auf dem Stundenplan – harte Kost, und engagiert, wie die Truppe ist, ließ man sich zwar kurz vom hohen Besuch stören, zu einer Schlemmerpause im Erdgeschoss reichte es jedoch nicht. Aber keine Sorge, sie mussten nicht hungern. Jemand von den Ehrenamtlichen brachte später einen Teller mit Leckereien vorbei. 

In diesem Zusammenhang sei noch einmal an alle Baden-Badener appelliert: Bitte stellen Sie sich als Sprachlehrer zur Verfügung! Es wird auch im Vincentiushaus dringend Verstärkung gesucht! Melden Sie sich, wenn Sie zwei Stunden in der Woche erübrigen können und/oder weitere Fragen dazu haben. Wenn Sie noch unsicher sind, ob Sie sich eine Mitarbeit zutrauen, können Sie auch gerne hospitieren. Für Lehrmaterial und Unterrichtsmethoden gibt es ebenfalls erfahrene Ansprechpartner. Bitte richten Sie Ihre Anfragen ganz unkompliziert an:


Außerdem werden immer im gesamen Stadtgebiet flexible Sprachpaten für die Flüchtlinge gesucht. Viele von ihnen verstehen bereits recht gut Deutsch, haben aber in ihren Unterkünften so wenig Möglichkeiten, es auch anzuwenden. Sie sind für alles dankbar, auch wenn es zum Beispiel nur ein Spaziergang durch die Allee ist. Hier müssen Sie sich zu nichts Regelmäßigem verpflichten, auch einmalige Begegnungen sind möglich. Eine gute Möglichkeit, mit ihnen unverbindlich in Kontakt zu kommen, ist zum Beispiel das Café international jeden Freitag ab 18 Uhr im Jugendraum des Bonhoeffersaals, Bertholdstraße 6a.

Sie können sich auch gerne direkt an die Koordinatoren der Ehrenamtlichen in den einzelnen Unterkünften wenden oder das "Café Kontakt" in den einzelnen Unterkünften besuchen. Alle Kontaktdaten finden Sie hier => KLICK