Montag, 19. September 2016

Haueneberstein - 1. CK


Herzliches Willkommen für die neuen Mitbürger




Heiß umkämpft war sie, die neue Flüchtlingsunterkunft in Haueneberstein. Da wurde im Vorfeld viel geschimpft und sogar Klage eingereicht – aber schließlich glätteten sich die Wogen dann doch noch. 



Letzte Woche zogen nun die ersten Bewohner, darunter auch Familien, in die Unterkunft am Rande des Gewerbegebiets in der Gottlieb-Daimler-Straße ein. Wieviele genau es derzeit sind, steht noch nicht fest. Sie können aber ab sofort mit einer umfassenden Unterstützung durch einen gut organisierten Stab von Helfern rechnen. Seit vielen Monaten treffen sich die Ehrenamtlichen des Ortes bereits mehr oder weniger regelmäßig, sprechen sich ab, bilden sich fort. 40 bis 50 arbeiten fest mit im „Miteinander Haueneberstein“, wie die Gruppe sich nennt, und bereits vor dem ersten Einzug waren die Helfer fleißig und hängten an jeder Tür ein kleines Willkommensschild auf, das die örtlichen Grundschüler entworfen hatten. 




Am Samstag gab es das erste „Café Kontakt“, bei dem sich Neuankömmlige und Helfer zum ersten Mal offiziell gegenübersaßen und sich beschnupperten. Holger und Jacqueline Olesen begrüßten die neuen Mitbürger, die aus anderen Unterkünften im Stadtgebiet hierher umverlegt worden waren. Da die Ankömmlinge zum Teil schon gut Deutsch verstehen, klappte es mit der Verständigung bereits relativ gut, und alle waren guter Dinge, dass das Zusammenleben harmonieren wird. Damit die Verständigung bald noch besser wird, stehen diverse ehrenamtliche Deutschlehrer bereit – sowohl für strukturierten Unterricht als auch für lockere Konversationsrunden. Auch wird man intensiv versuchen, die neuen Mitbürger rasch in Sportvereine zu vermitteln und bei Bedarf eine Radwerkstatt zu organisieren.



Gleichwohl darf nicht verschwiegen werden, dass es in den ersten Nächten alles andere als ruhig zuging. Ein Bewohner der Unterkunft berichtete, er sei - allerdings NICHT von Einheimischen! - bedroht worden und habe die Polizei um Hilfe rufen müssen. Seitdem scheint die Unterkunft im Streifenplan aufgenommen zu sein. Ansonsten herrscht große Zufriedenheit mit den Räumlichkeiten und der Nähe zum Supermarkt und zu Bus und S-Bahn. Nun denn - auf ein gutes "Miteinander"!